Hauptausschuss diskutiert heute weiter über Breitbandausbau – Stadt sucht Lösungen
Immer noch ein Flickenteppich

Harsewinkel (WB). Es treibt einen zur Weißglut: Mal eben ein paar größere Daten per E-Mail verschicken, das sollte im Jahr 2019 auch in Harsewinkel wohl in jeder Ecke möglich sein. Leider gibt es immer noch einige Haushalte, die ans schnelle Internet nicht angeschlossen sind. Diese »weißen Flecken« auf der Glasfasernetzkarte müssen weg.

Mittwoch, 08.05.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 09:00 Uhr
Ein Mitarbeiter einer Erdbaufirma bündelt Glasfaserleerrohre zusammen. In Harsewinkel soll die Glasfaserinfrastruktur weiter ausgebaut werden, um den Breitbandausbau voranzutreiben. Damit alle Unternehmen und Bürger schnelles Internet bekommen. Foto: dpa

Kommunales Konzept zum Ausbau gewünscht

Denn, wie die SPD schon in ihrem Antrag im Januar diesen Jahres gefordert hat, wünscht sie sich ein kommunales Konzept zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur im Außenbereich. Dieses soll die Stadt erstellen. »Dabei ist insbesondere der kommunale Ausbau über Funkmasten mit LTE-Funktechnologie und eine Zusammenarbeit mit den eigenen Stadtwerken zu prüfen und gegebenenfalls auf den Weg zu bringen«, fasst SPD-Sprecher Reinhard Hemkemeyer zusammen. Das Thema Breitbandausbau wird im heutigen Hauptausschuss erneut diskutiert. Denn die Chronologie der Breitband-Beschlüsse in Harsewinkel ist lang, geht bis in den Februar 2013 zurück. Und immer noch ist der Ausbau in den Außenbereichen nicht soweit vorangetrieben, wie es sich die Harsewinkeler Bürger und vor allem auch Unternehmer wünschen.

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erklärt »Flickenteppich«

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide erklärt den »Flickenteppich« so: »Der Bund ist befugt, alle öffentlichen Verkehrswege unentgeltlich für die öffentliche Telekommunikationsversorgung zu nutzen. Der Bund überträgt diese Nutzungsberechtigung an fachkundige Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und die großen Telekommunikationsunternehmen agieren entsprechend ihrer Profiterwartung«, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zum Hauptausschuss. Soll heißen, dass die Telekommunikationsunternehmen natürlich nur Quartiere vernetzen, die auch viele Bewohner aufweisen – viele Nutzer also.

Die Stadt Harsewinkel möchte weiter selber aktiv sein, um die weißen Flecken auf der Karte los zu werden: Stefan Volmering und Markus Wiegert von der Stadtverwaltung haben Vorschläge erarbeitet, die sie dem Ausschuss zur Beratung vorlegen werden. Sie möchten den Kreis Gütersloh beauftragen, einen Förderantrag im 6. Förderaufruf – nennt sich auch »Call 6« – für den Ausbau der verbliebenen unterversorgten Haushalte zu stellen.

Stadt ist mit 1.049.168 Euro dabei

Ferner soll die Stadt bereits jetzt schon die Finanzierung des städtischen Eigenanteils von zehn Prozent sicher stellen. In Summe sind das 1.049.168 Euro. Die Verwaltung hat im Vorfeld den Breitbandausbaubeauftragten des Kreises Jan Christoph Dübner mit einem Markterkundungsverfahren behelligt. Er hat die aktuelle Lage mit den Ausbauabsichten der Telekommunikationsunternehmen für die nächsten drei Jahre zusammengeführt. Auf dieser Grundlage erfolgte eine Kostenkalkulation. Demnach gibt es in Harsewinkel nach dem letzten Breitbandausbau noch 415 Haushalte und 15 Unternehmen, die ohne schnelles Internet auskommen müssen. Insgesamt sind 109,20 Kilometer Trassenbau erforderlich, um die restlichen Adressen anzubinden.

Stellungnahme der UWG zur Bildung eines Experten-Teams

Ergänzend zur Beschlussvorlage der Verwaltung, erstellt durch Stefan Volmering, nimmt die UWG wie folgt Stellung: Wie durch alle Parteien einstimmig festgestellt, gebe es in Harsewinkel ein erhebliches Defizit bei der flächendeckenden Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit schnellem Internet. Die Stadt liege im Vergleich der Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit größer/gleich 50Mbit für den Kreis Gütersloh mit einer Abdeckung von 54,5 Prozent an viertletzter Stelle (Stand laut Website von Mitte 2018). Hinter Harsewinkel liegen laut Johannes Sieweke nur noch Herzebrock- Clarholz (10,05 Prozent), Rietberg (20 Prozent) und Langenberg (14,05 Prozent). Für die Zukunft werde Harsewinkel hier weiter nach unten rücken, denn Herzebrock-Clarholz baue aktuell mit Glasfaser aus, Rietberg plane den Beginn des Tiefbaus für Ende des zweites Quartals 2019 und Langenberg habe die ersten Gebiete bereits abgeschlossen.

Diesen Rückstand mit bewährten Mitteln und durch die fachliche Arbeit in den zuständigen Gremien aufzuholen, ist aus Sicht der UWG schlichtweg Wunschdenken. In den Gremien werde das Thema schon seit fast zehn Jahren diskutiert, ohne wirklichen Erfolg. Eben darum brauchen wir hier ein Experten-Team, so Sieweke.

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