Gründer der Laufgruppe hat den Turnschuh längst ausgezogen
»Maxe« wird 95

Marienfeld (WB). Fast 20 Jahre lang war Max Wittwer Chef der Marienfelder Laufgruppe. Als sich in den 70er Jahren das Laufen als Volkssport etablierte, war Wittwer hierzulande einer der Vorreiter. Am 1. Maifeiertag, also an diesem Mittwoch, wird Wittwer 95 Jahre alt.

Mittwoch, 01.05.2019, 07:03 Uhr aktualisiert: 01.05.2019, 07:40 Uhr
Mit Walter Deckert (84, v.l.), Heinz Kirchhoff (83, 2.v.l.) und Heinrich Becker (84, r.) sitzt Max Wittwer jeden Tag gemeinsam zum Mittagstisch in der »Auszeit« bei Bessmann. Foto: Robert Becker

Seinen Geburtstag feiert er im Familienkreis mit einem gemeinsamen Essen: Vier Söhne und deren Familien mit fünf Enkelkindern und einem Urenkel gratulieren. Als Läufer legte er nie Wert darauf, einer der schnellsten zu sein. Dass er während seiner aktiven Zeit, die er 2009 mit 85 Jahren beendete, einer der Zähesten war, ist indessen bekannt.

Hermannslauf 25 Mal absolviert

25 Mal absolvierte Wittwer den Hermannslauf. 1975 beendete er neben Dieter Bertram, Reinhard Düspohl, Herbert Dehmel und Hubert Hermesmeier als einer der ersten Marienfelder jene 31-Kilometer-Hatz über den Kamm des Teutoburger Waldes. Das freut ihn bis heute. Seine Bestzeit? Für umfangreiches Training hatten sie damals neben Familie, Beruf, Nebenerwerb und Ehrenamt keine Zeit. »Unter vier Stunden«, lacht Max Wittwer, wohl wissend, dass er deutlich schneller war, nämlich 3:14:38 Stunden (1976).

Zweimal die Woche, das musste reichen.

Max Wittwer

 

Das Training sei damals anders gewesen. »Zweimal die Woche, das musste reichen«, erzählt er. Aus diesem Grund ist er nie einen Marathon gelaufen. »Das war mir zu lang«, sagt er. Wenige Tage vor seinem 76. Geburtstag lief er im Jahr 2000 seinen 25. und letzten »Hermann«.

Faible beim Skilanglauf entdeckt

Entdeckt hatte Max Wittwer sein Faible für den Ausdauersport beim Skilanglauf. In den 50er und 60er Jahren nahm Wittwer im Sauerland an Bezirks- und Westdeutschen Meisterschaften teil, wo er für den Ski-Club Gütersloh einige Titel und Platzierungen in der Altersklasse einheimste.

Wittwer gibt jedes Jahr den Startschuss.

Anfang der 70er Jahre war Wittwer dann eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der Laufgruppe. Aus der Betriebssportgruppe der Maschinenbau-Firma Pauli fanden sich zwei Dutzend Läufer zusammen, die sich dem Verein Schwarzweiß anschlossen. Größer wurde die Laufgruppe, als Wittwer im September 1978 den Marienfelder Volkslauf (heute Lutterlauf) aus der Taufe hob. Ein Jahr später startete »Maxe«, wie in die Freunde nennen, die Winterlaufserie. 1992 reichte der Lauf-Pionier das Amt als LG-Chef an Gisela Flunkert weiter. Bis jetzt kommt Wittwer jedes Jahr zum Serienstart und gibt den Startschuss.

Täglicher Mittagstisch im Lokal »Auszeit«

Heute hält den rüstigen Jubilar der tägliche Mittagstisch, den sie zu viert im Lokal »Auszeit« auf dem Bessmann-Gelände einnehmen, auf Trab. Mit Heinrich Becker (84), Walter Deckert (84) und Heinz Kirchhoff (83) sitzt Max Wittwer jeden Mittag dort, exakt von 12 bis 13 Uhr. Gesprächsthemen sind meistens der große Sport: Bundesliga, Biathlon, aber auch Politik. Manchmal kommen in dieser Runde aber auch Erinnerungen hoch, besonders jetzt Anfang Mai. 1945 hing Max Wittwer als junger Soldat an der Ostfront mit 120.000 deutschen Soldaten in der »Festung Breslau« fest und kam in Gefangenschaft. Nach der Entlassung im Dezember 1947 zog Wittwer zunächst zu seinen während des Krieges aus Schlesien vertriebenen Eltern nach Sassenberg-Dackmar und baute später sein Eigenheim in Marienfeld.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6577354?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F
Gerhard Weber ist tot
Moderunternehmer Gerhard „Gerry“ Weber ist in der Nacht vom 23. auf den 24. September verstorben. Foto: Hans-Werner Buescher
Nachrichten-Ticker