Busfahren soll in Harsewinkel demnächst einheitlich 3,70 Euro kosten
Ende des Tarif-Wirrwarrs

Harsewinkel (WB). Einfacher und günstiger soll das Busfahren mit der Linie 71 in Harsewinkel, Marienfeld und Greffen werden. Bislang gelten für die Mähdrescherstadt vier verschiedene Tarifzonen. Das soll sich ändern.

Freitag, 05.04.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 08:50 Uhr
Von Gütersloh fährt die Linie 71 über Harsewinkel nach Versmold. Künftig sollen innerhalb der Mähdrescherstadt einheitliche Preise gelten. Foto: Stefanie Winkelkötter

»Ich finde die Ticketpreise sehr teuer. Wir sollten das Busfahren attraktiver gestalten, damit nicht jeder mit dem Auto fährt«, kommentierte Frank Wesselmann (CDU) in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses die Ausführungen von Stefan Honerkamp, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes OWL (VV OWL). Wer aktuell von Greffen nach Gütersloh fahren möchte, muss für eine einfache Fahrt 6,90 Euro bezahlen. Aus Marienfeld werden 3,70 Euro fällig, aus Harsewinkel 4,90 Euro.

Demnächst sollen zwischen Greffen, Harsewinkel, Marienfeld und Gütersloh generell die Preise der Stufe 2 gelten: 3,70 Euro. »Wir gehen davon aus, dass dann mehr Fahrgäste mit dem Bus fahren – wie viele, wissen wir allerdings nicht«, sagte Honerkamp.

Pilotprojekt mit optimalen Rahmenbedingungen

Für ein solches Ende des Wirrwarrs um die Preisstufen kann der Kreis Gütersloh sogar Fördermittel beantragen, laut Honerkamp für drei Jahre: »Dann könnten wir die Effekte einfach ausprobieren.« Er nannte das ganze Prozedere ein Pilotprojekt, das relativ einfach umzusetzen sei, weil in Harsewinkel nur ein Busunternehmen und das auch noch im Auftrag des Kreises unterwegs sei. »Die Rahmenbedingungen hier sind optimal.«

Dies sei ein erster Schritt, aber man sei noch nicht am Ende, sagte Michael Wagner (SPD), der daran erinnerte, dass seine Fraktion vor viereinhalb Jahren bereits den Antrag gestellt hatte, die Preise zu vereinheitlichen. »Der Verkehr auf der Straße wird immer mehr. Entweder bauen wir noch mehr Straßen, oder wir machen den ÖPNV so attraktiv, dass die Leute einsteigen. Wir müssen versuchen, ein Umdenken zu fördern.«

Regio-Taxi könnte nach Halle beziehungsweise Beelen fahren

Nicht eingerichtet wird dagegen eine Buslinie nach Halle und Steinhagen. Laut Honerkamp ist die Nachfrage nicht groß genug. Stattdessen soll es aber möglicherweise eine Art Regio-Taxi geben, einen so genannten On-Demand-Verkehr (»auf Verlangen«). Honerkamp: »Wenn es notwendig ist, kann man sich einen Bus bestellen.« Eine Entscheidung darüber fällt allerdings erst, wenn die finanziellen Auswirkungen des Angebotes feststehen.

Auch eine Buslinie zwischen Greffen und Beelen sei schwierig zu realisieren, sagte Honerkamp. »Das würde auf jeden Fall teuer und ist nicht unsere erste Priorität.« Auch hier könnte man über eine Regio-Taxi-System nachdenken, man müsse sich aber mit dem Kreis Warendorf abstimmen. Übergangsweise könne man aber über eine Mitnahmebank nachdenken. Dort würden Menschen Platz nehmen, die nach Beelen möchten. Im Idealfall werden sie von Autofahrern mit dem selben Ziel mitgenommen.

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