Integrationsrat will Angebot an Trauungen erweitern – Stadt Harsewinkel lehnt ab
Kein Ja-Wort am Samstagabend

Harsewinkel (WB). Der Wunsch, Trauungen auch am Abend anzubieten, ist vom Integrationsrat an die Stadtverwaltung herangetragen worden. Die ist von der Idee aber nicht wirklich begeistert.

Montag, 04.02.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 08:50 Uhr
Den Bund fürs Leben können Heiratswillige in Harsewinkel zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten schließen. Der Integrationsrat hat nun den Antrag gestellt, dass die Stadt auch Trauungen am Samstagabend ermöglichen möge. Foto: dpa

Die Nachfrage sei hoch, heißt es in dem Antrag, den der Vorsitzende des Integrationsrates, Orgün Yilmaz, im Januar an die Stadtverwaltung gestellt hat. Er wirbt damit für die Idee, Trauungen auch an Samstagabenden in Hochzeitssälen gegen Entgeltleistungen anzubieten. Einige Kommunen im Kreis Gütersloh und in Bielefeld würden solche abendlichen Trauungen möglich machen und die Nachfrage sei sehr groß.

In ihrer Stellungnahme zu dem Thema weist Silvia Lobert, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, darauf hin, dass es in Harsewinkel bereits umfangreiche Möglichkeiten gibt, den Bund fürs Leben zu schließen. Dies ist möglich an jedem Wochentag während der Öffnungszeiten des Standesamtes, an jedem Samstag, an jedem Freitag und Samstag an zwei Orten, nämlich im Trausaal im Rathaus und in Marienfeld im »Rinck­lakes« und auch an so genannten Brückenwochenenden oder in Verbindung mit Feiertages, zum Beispiel nach Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam beziehungsweise in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

Eine Trauung kostet maximal 350 Euro

»Dieses umfassende Angebot bieten im Kreis Gütersloh viele Standesämter nicht an. Aufgrund dieser Regelungen gibt es bereits jetzt viele Hochzeitspaare aus Nachbarkommunen, die sich in Harsewinkel trauen lassen«, betont Silvia Lobert.

In Gütersloh würden zum Beispiel nur jeweils am ersten und dritten Samstag im Monat Trauungen angeboten, daher würden sich viele Paare aus der Kreisstadt in Harsewinkel das Ja-Wort geben. Und zwischen Weihnachten und Neujahr seien Paare aus Warendorf, Steinhagen und Schloß Holte-Stukenbrock vor den Standesbeamten getreten, weil in diesen Kommunen zu der Zeit keine Trauungen vorgenommen wurden.

Mit Blick auf die Gebühren führt die Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste aus, dass eine »normale« Trauung innerhalb der Öffnungszeiten in Harsewinkel derzeit 50 Euro kostet, außerhalb der Öffnungszeiten zusätzlich 100 Euro und eine Trauung im »Rincklakes« zusätzlich 200 Euro, maximal also 350 Euro. Zum Vergleich: Das Standesamt Bielefeld berechnet für eine Trauung in Privaträumen 1600 Euro.

Trauungen in Privaträumen oder privat angemieteten Räumen wären laut Lobert mit hohem Personalaufwand verbunden, dadurch würde auch hier die Gebühr sehr hoch ausfallen. Lobert: »Die Verwaltung beabsichtigt derzeit nicht, das bestehende Angebot an Traumöglichkeiten zu erweitern.«

 

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