Gewerbegebiet am Flughafen: Anwohner gründen Bürger-Initiative
Ein Wörtchen mitreden

Marienfeld (WB). Das geplante, interkommunale Gewerbegebiet auf dem früheren Flugplatz an der Marienfelder Straße ruft die Anwohner auf den Plan. Sie wollen eine Bürger-Initiative mit dem Namen »Schutzgut Mensch« gründen und bei der Planung ein Wörtchen mitreden.

Samstag, 02.02.2019, 12:15 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 12:20 Uhr
Als Krönung ihres bisher in einer Interessensgemeinschaft geäußerten Protests gegen die Ansiedlung von störendem Gewerbe auf dem Flughafengelände werden sie in Kürze eine Bürger-Initiative gründen (von links): Werner und Bärbel Tophinke, Monika Scharpenberg, Marietheres Reckhaus, Clemens Rolf, Gottfried Scharpenberg, Norbert Huhn, Alfred Bisping. Foto: Gabriele Grund

Mitsprache-Recht und Rücksichtnahme – das ist das, was die Anwohner fordern: »Wir sind nicht grundsätzlich gegen Gewerbe auf dem ehemaligen Flugplatz. Wir sind gegen störendes Gewerbe. Und es ärgert uns, dass wir als Anlieger mit unseren Sorgen und Befürchtungen bisher nicht ernst genommen wurden«, sagen sie.

Bärbel Tophinke gehört einer der vier Familien an, die sich gegen gravierenden Lärm, großes Verkehrsaufkommen und Emissionen wehren, die durch neue Gewerbe-Ansiedlungen auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes entstehen könnten. Seit dem Abzug britischer Streitkräfte vor wenigen Jahren liegt das Areal an der B513 brach.

Um ihren bisherigen Bemühungen und Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, wollen sie am Dienstag, 12. Februar, um 20 Uhr im Marienfelder Bürgerhaus die Bürger-Initiative »Schutzgut Mensch« gründen. Eingeladen sind alle Bürger, die ein Interesse an der Gestaltung des Gewerbegebietes haben. Willkommen sind aber auch Politiker sowie Vertreter aus Rat und Verwaltung.

Seit dem von den Anliegerfamilien Gottfried und Monika Scharpenberg, Andreas und Marietheres Reckhaus, Gabi und Alfred Bisping sowie Bärbel und Werner Tophinke initiierten Info-Abend Mitte Juli 2018 im Bürgerhaus, bei dem Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) und der Geschäftsführer der Flughafen GmbH, Albrecht Pförtner, die mehr als 75 Teilnehmer über Planungshoheit, zeitliche Abläufe, Kosten-Nutzen-Rechnungen und mögliche Arten von Gewerbegebieten informierten, sei angeblich nichts mehr geschehen.

Anwohner fühlen sich verschaukelt

Im Gegenteil: Seitdem der Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz (CDU) und auch Pförtner verlauten ließen, dass ein sogenanntes »störendes Gewerbe« auf dem Areal des Ex-Flughafens angedacht sei, fühlen sich die Anwohner verschaukelt.

»Wir haben Rechte, und die wollen wir einfach gewahrt wissen. Es kann nicht sein, dass man über unsere Köpfe hinweg einfach etwas entscheidet. Vor Entstehung eines Industrie- und Gewerbegebietes mit all seinen Aus- und Nebenwirkungen möchten wir in vernünftigen Gesprächen Infrastruktur-, Verkehrs- und Lärmschutzkonzepte erfahren«, betont Bärbel Tophinke. Mit der Bürgerinitiative »Schutzgut Mensch« möchte man weitere Anwohner rund um den Flughafen für das Thema sensibilisieren und eine Einschätzung von gesundheitlichen Folgen gewahrt wissen.

11.000 Fahrzeuge täglich im Gewerbegebiet unterwegs?

Nach Recherchen müsse bei einem zehn Hektar großen Industriegebiet mit einem Verkehrsaufkommen von 11.000 Fahrzeugen täglich gerechnet werden, meint Alfred Bisping. Deswegen sei es wichtig zu erfahren, wie die Verkehrsführung aussehen solle. »Da soll ein Industrie- und Gewerbepark entstehen, und keiner sagt etwas konkret zur Infrastruktur«, bemängelt Scharpenberg.

Die Gruppe ist per E-Mail erreichbar: Anliegerflughafengt@t-online.de.

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