Hausmesse: Gymnasium Harsewinkel tauscht Erfahrungen mit anderen Schulen aus So läuft die Integration

Harsewinkel (WB). Als vor zwei Jahren die große Flüchtlingswelle über Deutschland schwappte und viele Fremde auch in Harsewinkel Zuflucht suchten, war man vielerorts überfordert. Auch am Gymnasium wusste niemand, wie die Integration der Jugendlichen gelingen könnte. Nun hat sich die Situation entspannt.

Von Stefanie Winkelkötter
Zwei Dutzend schulische Experten tauschen sich zum Thema »Miteinander Integration meistern« aus, darunter (vorne von links) vom heimischen Gymnasium Schulsozialarbeiter Michael Kirk, der für die Willkommensklasse zuständige Lehrer Bernd Wilpsbäumer und die beiden »Netzwerk«-Organisatorinnen Dorothee Gelfort-Prien und Kristina Nettelnstroth.
Zwei Dutzend schulische Experten tauschen sich zum Thema »Miteinander Integration meistern« aus, darunter (vorne von links) vom heimischen Gymnasium Schulsozialarbeiter Michael Kirk, der für die Willkommensklasse zuständige Lehrer Bernd Wilpsbäumer und die beiden »Netzwerk«-Organisatorinnen Dorothee Gelfort-Prien und Kristina Nettelnstroth. Foto: Stefanie Winkelkötter

Dies wurde gestern im Rahmen einer Hausmesse des Netzwerkes »Zukunftsschulen NRW« mit dem Titel »Miteinander Integration meistern« deutlich. An dem Workshop nahmen neben Vertretern des heimischen Gymnasiums und der anderen Netzwerkschulen – Kreisgymnasium Halle, Städtisches Gymnasium Gütersloh, Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock und Steinhagener Gymnasium – auch Vertreter von acht weiteren weiterführenden Schulen aus ganz Ostwestfalen-Lippe teil.

In der Willkommensklasse wird das Sprachniveau getestet

»An erster Stelle steht der Austausch«, berichtete Organisatorin Kristina Nettelnstroth. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit, in den Willkommensklassen am Gymnasium zu hospitieren und auch ihre eigenen Konzepte vorzustellen.

Am Harsewinkeler Gymnasium werden derzeit 19 zugewanderte Schüler im Alter von elf bis 18 Jahren unterrichtet, zum Teil schon im Regelunterricht. Die Schüler kommen aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, aber auch aus Osteuropa. »Die Schüler besuchen zu erst die so genannte Willkommensklasse, wo ihr Sprachniveau beurteilt wird«, erklärte Schulsozialarbeiter Michael Kirk.

In manchen Fächern wie Kunst, Sport und Musik, in denen es auf die sprachlichen Kompetenzen nicht so ankommt, werden die Zugewanderten auch schnell mit heimischen Schülern unterrichtet. »Um erstmal anzukommen und Kontakte zu knüpfen«, sagt Bernd Wilpsbäumer, der zusammen mit Kirk für die Willkommensklassen am Gymnasium verantwortlich ist.

Manchen fällt nicht nur das Lernen schwer

Nach spätestens zwei Jahren werden die jungen Flüchtlinge dann in die jeweils passende Schulform geschickt: Gesamtschule, Berufsschule oder auch Gymnasium, mit entsprechender Förderung. »Es läuft gut«, sagte Wilpsbäumer – gab aber auch zu, dass es immer mal wieder Probleme gab und gibt. »Am Anfang hatten wir gar kein Konzept, wie wir mit 45 Kindern, die über die Balkanroute geflüchtet waren, umgehen sollen«, erklärte er. Inzwischen sehe das anders aus.

Allerdings hätten manche Flüchtlinge Schwierigkeiten, sich in der Schule zurechtzufinden, manchen falle das Lernen schwer, andere hätten Probleme mit der Kultur oder mit der Freizeitgestaltung. Schüler, die der Ansicht seien, nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen, hole Schulsozialarbeiter Kirk auch schon einmal persönlich zu Hause ab. »Das alles sind aber Ausnahmen«, betonte Wilpsbäumer.

Er wies auch darauf hin, dass in der gemeinsamen Beschulung auch viel Potenzial für die deutschen Schüler stecke. Allerdings könne man von denen nicht erwarten, dass sie die ganze Integrationsarbeit leisten: Gerade in diesem Alter seien sie zum Teil ziemlich mit sich selbst beschäftigt.

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