Neue Abbiegespur von der Steinhäger Straße kostet 310.000 Euro Gewerbegebiet: Kritiker sind jetzt am Zug

Harsewinkel (WB). Das geplante Gewerbegebiet westlich der Steinhäger Straße nimmt weiter Form an. Aktuell bereitet die Stadt Harsewinkel die Unterlagen zur Entwicklung des Gewerbegebietes zur Einsicht vor. Diese können über das Stadtplanungsportal eingesehen werden. Damit sind nun die Kritiker am Zug: Von Montag bis zum 23. Februar können Anregungen und Einwände online abgegeben werden.

Von Stefanie Winkelkötter
Die Steinhäger Straße bekommt eine Abbiegespur ins geplante Gewerbegebiet und damit in die Straße Auf den Middeln.
Die Steinhäger Straße bekommt eine Abbiegespur ins geplante Gewerbegebiet und damit in die Straße Auf den Middeln. Foto: Stefanie Winkelkötter

Wie berichtet, hatte der Stadtrat beschlossen, den Entwurf des neuen Bebauungsplanes öffentlich auszulegen. Damit muss das geplante Gewerbegebiet die nächste Hürde nehmen. Denn die Gegner dieses Gewerbegebietes, einst als Bürgerinitiative aktiv und inzwischen im Verein Bürgerbeteiligung zusammengeschlossen, haben bereits ihre Bereitschaft bekräftigt, weiterhin juristisch gegen das Gewerbegebiet in geplanter Form vorzugehen und dieses nach Möglichkeit zu verhindern. Bekanntlich ist ihnen dies schon einmal gelungen: Im Oktober 2014 hatte das Oberverwaltungsgericht Münster im Eilverfahren den Vollzug des Bebauungsplanes auf Antrag der Anlieger zunächst ausgesetzt.

Gewerbeflächen werden dringend benötigt

In der Zwischenzeit hat die Stadt die Pläne nachgebessert, neue Gutachten vorgelegt, grundsätzlich aber am Vorhaben festgehalten, an dieser Stelle Gewerbe anzusiedeln, und die Entwicklung vorangetrieben. Denn Gewerbeflächen werden in Harsewinkel dringend gebraucht, wie Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dop­heide jüngst zum wiederholten Mal betonte. Der Stadtrat stimmte im Dezember mit großer Mehrheit für die öffentliche Auslegung der Pläne, allerdings wurden auch Einzelstimmen laut, die verdeutlichten, dass so mancher doch Bauchgrummeln angesichts der Ansiedlung an dieser Stelle hatte. So erklärte Vera Dorgerloh (UWG), sie sei bekennende Kritikerin dieses Vorhabens und frage sich, ob man alles versucht habe, einen Konsens mit den Anwohnern zu erzielen. Deren Argumente seien schließlich gut dargestellt. Am Ende stimmte Dorgerloh als einziges Ratsmitglied gegen die Pläne.

Kämmerer plant 310.000 Euro für neue Abbiegespur ein

Unterdessen hat Kämmerer Heinz Niebur die Entwicklung des Gewerbegebietes fest im Blick. Im aktuellen Haushaltsplan, den er jüngst den Ratsmitgliedern präsentierte, sind für die Erschließung für dieses Jahr 90.000 Euro eingeplant, dazu 10.000 Euro für die Verlegung von Leerrohren und 30.000 Euro für die Beleuchtung. Dazu hat er 310.000 Euro vorgesehen, weil an der Steinhäger Straße eine Abbiegespur ins Gewerbegebiet angelegt werden muss.

Einzelheiten zum Bebauungsplan sind auch dem neuen Amtsblatt zu entnehmen. Die Einsichtnahme ist online und auch im Rathaus zu den Öffnungszeiten oder nach telefonischer Voranmeldung möglich. Details im Internet unter http://www.harsewinkel.de/sv_harsewinkel/de/Aktuelles/Entwicklung%20Gewerbegebiet/

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