Integrationsrat wehrt sich gegen Vorwürfe der CDU-Fraktion Keine Absicht, aufzuhören

Harsewinkel (WB). Die Mitglieder des Integrationsrates kämpfen für den Fortbestand ihres Gremiums. Unterstützung erhalten sie dabei von SPD, UWG und Bündnisgrünen.

Von Stefanie Winkelkötter
Kämpfen für den Fortbestand des Integrationsrates: Ogün Yilmaz, Sennur Sevinc, Kremana Ignatova-Heitmann, Juan Carlos Palmier (vorne, von links), Eckhard Wiesbrock (mit Enkelin Mia-Sophie) und Orhan Gül.
Kämpfen für den Fortbestand des Integrationsrates: Ogün Yilmaz, Sennur Sevinc, Kremana Ignatova-Heitmann, Juan Carlos Palmier (vorne, von links), Eckhard Wiesbrock (mit Enkelin Mia-Sophie) und Orhan Gül. Foto: Stefanie Winkelkötter

Wie berichtet, hatte die CDU-Fraktion um Sprecher Heinz Bünnigmann gefordert, den Integrationsrat abzuschaffen. Dieser sei, so Bünnigmann, »ein völlig unnötiger, überflüssiger, nur Kosten verursachender und inhaltsleerer Kropf«. Diese Aussage können und wollen die Mitglieder des Integrationsrates so nicht stehen lassen. »Reiner Populismus«, findet auch Eckhard Wiesbrock, der für die SPD im Integrationsrat sitzt.

Nicht so teuer wie dargestellt

Keineswegs mangele es an Themen, betont Vorsitzender Ogün Yilmaz. In den vergangenen beiden Jahren sei es unter anderem um Rechtsextremismus, Salafismus, die doppelte Staatsangehörigkeit, Zweisprachigkeit in Kindergärten, Integration durch Sport und Bewegung, Jugendschutz und häusliche Gewalt oder auch um die Pflege von Senioren mit Migrationshintergrund gegangen. Zudem sei der Integrationsrat nicht so teuer, wie der Antrag der CDU-Fraktion Glauben machen könnte. Yilmaz: »Wir bekommen pauschal 20 Euro pro Sitzung. Die meiste Arbeit leisten wir ehrenamtlich.«

Den Vorwurf, der Integrationsrat vertrete nicht alle Migranten in Harsewinkel, nennt Yilmaz »unprofessionell«: »Wir sind gewählt wie die Ratsmitglieder auch, nur eben von den hier lebenden Migranten.« In Harsewinkel leben derzeit Menschen aus 51 verschiedenen Kulturen, im Integrationsrat sitzen Mitglieder mit türkischen, polnischen, russischen, bulgarischen und natürlich deutschen Wurzeln. »Es ist eigentlich unerheblich, wie viele Nationalitäten dort vertreten sind. Die Mitglieder sind demokratisch gewählt, und nur darauf kommt es an«, ergänzt Eckhard Wiesbrock.

Gesetz ist noch nicht geändert worden

Im Übrigen sei es auch gar nicht möglich, den Integrationsrat einfach so abzuschaffen oder auslaufen zu lassen. Zunächst einmal müsste die Landesregierung die Gemeindeordnung ändern, die vorschreibt, dass in Gemeinden mit mindestens 5000 ausländischen Einwohnern ein Integrationsrat zu bilden ist. »Und dieses Gesetz ist bislang zumindest auch nicht geändert worden«, betont Integrationsrats-Mitglied Orhan Gül. Eckhard Wiesbrock hatte in der jüngsten Sitzung übrigens selbst Kritik an dem Gremium geübt: »Aber nicht, weil ich den Integrationsrat abschaffen, sondern weil ich Dampf reinbringen will. Ich würde den Mitgliedern sogar mehr Rechte geben, so dass sie auch Beschlüsse fassen können.«

Auch Grünen-Fraktionssprecher Juan Carlos Palmier setzt sich für den Fortbestand des Gremiums ein. Vielleicht hätten die Mitglieder sich erst in der Politik zurechtfinden müssen, aber hier werde wichtige politische Bildungsarbeit geleistet, vor allem auch mit Blick auf die Integration: »Und das Thema ist in Harsewinkel sicher nicht abgeschlossen.«

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