Am Harsewinkeler Loddenbach hat sich der renaturierte Bereich prächtig entwickelt Eine naturnahe »Badewanne«

Harsewinkel (WB). Es grünt in der Loddenbach-Aue. Nach einigen Monaten hat sich eine große Pflanzenvielfalt an der Stelle Haller-/Oesterweger Straße angesiedelt. Die Senke soll dem Fließgewässer bei Hochwasser Raum bieten. Derzeit ist das Areal aber nahezu ausgetrocknet und deshalb begehbar. Schon drei Abschnitte des 30 Kilometer langen Loddenbachs wurden renaturiert.

Von Hendrik Christ
Die Loddenbach-Aue an der Haller-/Oesterweger Straße ist im Moment fast ausgetrocknet. Im vergangenen Jahr wurde die Senke als Hochwasserschutz angelegt. Inzwischen haben sich viele Pflanzen dort angesiedelt.
Die Loddenbach-Aue an der Haller-/Oesterweger Straße ist im Moment fast ausgetrocknet. Im vergangenen Jahr wurde die Senke als Hochwasserschutz angelegt. Inzwischen haben sich viele Pflanzen dort angesiedelt. Foto: Hendrik Christ

Vor einem Jahr war dort noch der blanke Erdboden zu sehen. Für die Loddenbach-Aue waren einst 15.000 Kubikmeter Sand ausgehoben worden. 300.000 Euro kostete diese Maßnahme, die die Landesregierung zu 80 Prozent förderte. Die restlichen 20 Prozent musste der Kreis als Eigenanteil beisteuern.

Becken ist wie ausgetrocknet

»Das Projekt war am Ende billiger als zunächst kalkuliert«, sagt Stefan Sibilski, Leiter der Kultur- und Wasserbaubehörde des Kreises: »Diese Stelle wird als Puffer benötigt, falls es mal Hochwasser gibt.« Die Aue dient nämlich als eine Art natürliche Badewanne. Wenn der Pegel des Loddenbachs steigt, läuft das Wasser über Zuflüsse in die Aue. Momentan ist das Becken wie ausgetrocknet.

Im trockenen Frühjahr gab es kaum Wasser und der Loddenbach verfügt – anders als etwa die Ems oder andere Flüsse und Bäche – über keine eigene Quelle. »Stattdessen ergibt sich der Loddenbach aus mehreren kleinen Zuflüssen und wird zum Gewässer«, erklärt Stefan Sibilski. »Eine klar definierte Quelle haben wir beim Loddenbach nicht.«

Regen habe es jüngst nur wenig und punktuell gegeben, sodass derzeit Ebbe herrscht. »Die gesamte Aue stand auch schon mal voll mit Wasser«, berichtet Guido Linnemann, Umweltberater der Stadt Harsewinkel. Durch das Wasser wurde die Aue mit Nährstoffen angereichert. Die Böschung rundherum ist durch Saat und Naturbewuchs mittlerweile mit allen möglichen Pflanzen verziert.

Radwegbau zieht Renaturierung nach sich

Erlen, Weiden und Birken werden in Zukunft den Hochwald bilden. Auch Tiere haben hergefunden: Neben blinden Fliegen hüpfen immer wieder Frösche durch die Aue. Der Waschbär wittert dort seine Beute. »Das sind die Effekte der Renaturierung, wenn man die Ökologie beobachtet«, sagt Sibilski: »Diese Stelle hier war allerdings auch die aufwendigste.«

Der Loddenbach ist insgesamt 30 Kilometer lang. Auf einem Teilstück von 2,5 Kilometern wurden bisher drei Abschnitte gestaltet. Früher war der Bach künstlich begradigt worden. Steine dienten dafür als Uferbefestigung. Eigentlich ist der Loddenbach ein sandgeprägtes Gewässer. Durch die Renaturierung sucht sich der Bach wieder seine eigenen Wege zu einem naturnahen Gewässerverlauf.

»Dieses Teilstück wurde nur renaturiert, weil in der Nähe ein Radweg gebaut wurde«, erläutert Sibilski. Diese Planung war ein Eingriff in die Natur, zum Ausgleich wurde die Ersatzfläche um den Bach an die Natur gewissermaßen zurückgegeben. »Kompensation ist sicher die fairste Maßnahme«, meint Sibilski.

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