Erneuerung des Prozessionsweges startet nach dem Schützenfest im Juli Der Buckelpiste geht es an den Kragen

Harsewinkel (WB). Seit acht Jahren ist der Ausbau des Prozessionsweges im Gespräch, nun wird’s endlich was. Die Buckelpiste soll demnächst der Vergangenheit angehören. Die Baumaßnahme startet nach dem Schützenfest des Bürgerschützen- und Heimatvereins, das am ersten Juli-Wochenende gefeiert wird.

Von Stefanie Winkelkötter
Genau bis zur Mitte dieser Mittellinsel reicht der erste Bauabschnitt. Die Einfahrt zum Heimathof (rechts) wird um 50 Meter verlegt.
Genau bis zur Mitte dieser Mittellinsel reicht der erste Bauabschnitt. Die Einfahrt zum Heimathof (rechts) wird um 50 Meter verlegt. Foto: Stefanie Winkelkötter

Silvia Merkentrup, Paul Holke und Timo Kohl vom Kreis Gütersloh stellten die Planung am Donnerstagabend im Harsewinkeler Planungs- und Bauausschuss vor. »Wir sind jetzt in der Vergabephase, der Auftrag wird bald erteilt«, sagte Holke, Sachgebietsleiter Straßenbau. Die Kreisstraße 14 soll auf 965 Metern Länge erneuert werden, auch die Kanäle werden saniert. Für Letzteres allerdings ist die Stadt Harsewinkel zuständig. Insgesamt kostet die Maßnahme etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro.

Bauzeit beträgt etwa 18 Monate

Gebaut wird in vier Bauabschnitten, die Bauzeit soll insgesamt rund 18 Monate betragen. Der erste Bauabschnitt reicht von der Pommesbude hinter der Einmündung der Bundesstraße 513 bis zur Mittelinsel des Tecklenburger Weges, der zweite von dort bis zur Sürenbrede, der dritte anschließend bis zur Gerhart-Hauptmann-Straße, der vierte abschließend bis zum Kreisverkehr Oesterweger/Hesselteicher Straße. Zwei Ampelanlagen, Am Rövekamp und an der Sürenbrede, werden ersetzt. Zum Einsatz kommt neue LED-Technik, zudem werden die Übergänge mit taktilen Elementen barrierefrei gestaltet.

Drei barrierefreie Mittelinseln werden eingebaut. Vor dem Hallenbad gibt es demnächst einen so genannten »Kiss-and-Ride«-Parkplatz, wo Eltern ihre Kinder schnell mit dem Auto absetzen können. Der Busverkehr im Bereich Heimathaus bleibt bestehen, während der Bauarbeiten wird eine provisorische Zufahrt eingerichtet. Apropos Zufahrt zum Heimathaus: Diese wird im Rahmen des Umbaus um etwa 50 Meter in nördliche Richtung verlegt. »Wir haben aber darauf geachtet, dass das Festzelt des Schützenvereins auch künftig trotzdem noch genug Platz hat«, betonte Silvia Merkentrup, die beim Kreis mit der Planung beauftragt ist.

Fahrbahn wird durchgängig 6,50 Meter breit

Ihren Angaben nach wird die Fahrbahn durchgängig auf 6,50 Meter Breite angelegt. Zum Teil misst sie bereits 6,50 Meter, wo sie schmaler ist, wird sie verbreitert. Rad- und Gehwege werden getrennt geführt, der alte Baumbestand bleibt erhalten. In Höhe des Freibades wird der Gehweg wegen der vorhandenen Bebauung punktuell eingeengt, auch am Stadion werden Geh- und Radweg schmaler als an anderer Stelle. Einige Zäune müssen entfernt werden.

Während der Arbeiten werden die gerade im Bau befindlichen Abschnitte komplett gesperrt. »Der erste Bauabschnitt soll bis November dauern und dann für den Verkehr wieder freigegeben werden«, erklärte Timo Kohl, der die Bauausführung für den Kreis begleiten wird. »Ab Januar 2018 folgt dann der zweite Bauabschnitt.« Die Parkplätze für das Hallen- und Freibad bleiben nutzbar. Nicht mehr zu nutzen sein werden im vierten Bauabschnitt die Parkplätze an der Soccerhalle und am Gebetshaus der Evangeliumschristen. »Dafür können Besucher ihre Fahrzeuge eventuell am Sportplatz abstellen«, sagte Kohl. Im vierten Bauabschnitt bekommen der Rewe- und Aldi-Markt eine provisorische Zufahrt von der Oesterweger Straße aus.

7600 Fahrzeuge rollen täglich über den Prozessionsweg

Eine kürzlich erfolgte Verkehrszählung hat gezeigt, dass pro Tag etwa 7600 Fahrzeuge über den Prozessionsweg rollen. Zehn Prozent davon waren Lastwagen, davon wiederum 380 mit Anhänger unterwegs. Sie alle werden während der Bauarbeiten Umwege in Kauf nehmen müssen. Umleitungen für den Pkw-Verkehr führen über die Hesselteicher Straße, die Brockhäger und Steinhäger Straße sowie über die B 513. Der Schwerlastverkehr muss die Baustelle großräumiger umfahren. Der Verkehr soll von Versmold aus kommend über Greffen geschickt werden, von dort aus dann wieder auf die B 513 in Richtung Harsewinkel. Selbst an die Greffener 975-Jahr-Feier haben die Planer gedacht. Kohl: »In der Zeit der Jubiläumsfeiern ist mit 30 bis 40 Lkw zu rechnen, die die Umleitung befahren. Die müssen dann warten.«

Klaus Hanfgarn (Bündnisgrüne) wollte wissen, ob man den neuen Prozessionsweg als Tempo-30-Zone ausweisen könne. Er befürchtete nach erfolgtem Umbau Raserei. Dies geht allerdings nicht, machte Sachgebietsleiter Holke deutlich: »Tempo 30 auf einer Kreisstraße geht nur in äußersten Ausnahmefällen.« Und Silvia Merkentrup stellte in Aussicht, dass die zwei neuen Querungshilfen den Verkehr ein wenig bremsen werden.

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