Pfarrer Wim Wigger wird am 24. Juni aus seinem Amt verabschiedet Eine Seerose kommt mit

Harsewinkel (WB). Sein Weggang hat sich bereits bis nach Südmexiko herumgesprochen. Pfarrer Wim Wigger verlässt die St.-Lucia-Kirchengemeinde und Harsewinkel. Am Samstag, 24. Juni, wird er verabschiedet.

Von Stefanie Winkelkötter
Diese Kulisse wird Wim Wigger am Niederrhein vermissen: Der Harsewinkeler Pfarrer verlässt die Gemeinde St. Lucia und die Mähdrescherstadt. In Rheinberg-Borth wird er aber auch künftig als Seelsorger im Einsatz sein.
Diese Kulisse wird Wim Wigger am Niederrhein vermissen: Der Harsewinkeler Pfarrer verlässt die Gemeinde St. Lucia und die Mähdrescherstadt. In Rheinberg-Borth wird er aber auch künftig als Seelsorger im Einsatz sein. Foto: Stefanie Winkelkötter

In dieser Woche flatterte Wigger eine E-Mail ins Haus von einem alten Freund, der inzwischen in Mexiko heimisch geworden ist. Verbunden war das Schreiben mit einer Einladung. Ob er sie annimmt? »Könnte sein«, sagt Wim Wigger. Mehr Zeit hat er demnächst jedenfalls. Auch wenn er sich künftig nicht auf die faule Haut legt.

Rückkehr an den Niederrhein

Der 67-Jährige wird direkt nach seiner Verabschiedung umziehen nach Borth, einen Ortsteil von Rheinberg am Niederrhein. »Wenn man in Duisburg über den Rhein spuckt, dann ist man in Borth«, sagt Wigger mit einem Schmunzeln. Grob zieht es ihn in die alte Heimat, stammt er doch gebürtig aus Emmerich. »Das ist eine Stunde von Borth entfernt.«

In Borth wird Wigger auch als Priester tätig sein. »Ich werde Messen feiern, Kinder taufen, Trauungen und auch Beerdigungen abhalten. Aber ich habe keine leitende Verantwortung mehr, weder baulich, noch finanziell, noch personell.« Auf diese Tatsache freut sich der 67-Jährige am meisten. 14 Jahre hat er in der Mähdrescherstadt verbracht. »14 schöne Jahre mit vielen schönen Begegnungen.« Die ganze Zeit über hat ihn der zunächst geplante, dann auch realisierte Umbau der St.-Lucia-Kirche beschäftigt, der im vergangenen Jahr bekanntlich abgeschlossen werden konnte.

Wigger: »Als ich nach Harsewinkel kam, habe ich gesagt, ich bleibe, bis ich 65 bin. Da lief aber gerade die Kirchenrenovierung und ich konnte nicht gehen. Nun verlängere ich sogar noch einmal um einen Tag.« Denn am Tag nach seiner offiziellen Verabschiedung feiert er auf dem Klosterhof in Marienfeld noch die Hubertusmesse. Heißt: Samstag, 24. Juni, 18 Uhr, Messe zur Verabschiedung, anschließend Empfang auf der Wiese hinter dem Pfarrheim. Alle, die »Tschüss« sagen wollen, sind willkommen. Sonntag, 25. Juni: 11 Uhr Hubertusmesse. Montag, 26. Juni: Umzug.

Nachfolger soll nach den Sommerferien kommen

Sein Nachfolger soll »hoffentlich nach den Sommerferien« in Harsewinkel eintreffen. Für die Zwischenzeit ist Pater Gottfried Meier zum Pfarrverwalter ernannt worden. Er regelt also alles, was anfällt. Die Gottesdienste laufen normal weiter. Wichtig ist es Wigger, dass auch sein Nachfolger ein Herz für die Ökumene hat. Wigger selbst hat gute Kontakte sowohl zur evangelischen Kirchengemeinde als auch zu den Harsewinkeler Muslimen – er ist sogar Islambeauftragter der Stadt.

Er freut sich, alles demnächst etwas ruhiger angehen zu lassen. Und doch werde er Harsewinkel vermissen, weiß der 67-Jährige jetzt schon, auch seinen schönen Garten: »Ich habe damals einen Weinstock mitgebracht, als ich kam. Den lasse ich hier. Aber eine Seerose aus meinem Teich nehme ich mit nach Borth.«

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