Modellprojekt: Astrid-Lindgren-Schule wird klimaneutral, wenn der Zuschuss stimmt Ein Bündel von Maßnahmen umsetzen

Harsewinkel (WB). Der Kreis Gütersloh möchte bis 2050 klimaneutral sein. Das heißt, dass Maßnahmen auf den Weg gebracht werden müssen, die den jährlichen CO-Verbrauch um mindestens 70 Prozent reduzieren. Energie-Experte Peter Gödde möchte Harsewinkel mit der Astrid-Lindgren-Schule als Modellprojekt ins Rennen schicken.

Von Elke Westerwalbesloh
Die Astrid-Lindgren-Schule an der Overbergstraße soll klimaneutral werden. Mit dem Austausch von Heizung und Fenstern, sowie einer Fotovoltaikanlage möchte Harsewinkel ein Modellprojekt schaffen.
Die Astrid-Lindgren-Schule an der Overbergstraße soll klimaneutral werden. Mit dem Austausch von Heizung und Fenstern, sowie einer Fotovoltaikanlage möchte Harsewinkel ein Modellprojekt schaffen. Foto: Stefanie Winkelkötter

Deshalb lässt er zurzeit die Förderfähigkeit der Sanierungsmaßnahmen an der Astrid-Lindgren-Schule abklären und bekommt dafür Rückendeckung von der Politik. Die Fördergelder, um die Schule klimaneutral zu gestalten, können beim Projektträger Jülich PtJ beantragt werden. Der bewilligt im besten Fall einen Zuschuss von 50 Prozent der Gesamtkosten.

Doch Gödde erklärt in diesem Zusammenhang, dass das anspruchsvolle Ziel der Klimaneutralität nicht allein mit Dämmung des Gebäudes zu erreichen sei.

Umstellung auf erneuerbare Energien

Es gebe nur wenige Maßnahmen, die sich im Gebäudebestand durchführen lassen, die ein Treibhausgasminderungspotenzial von 70 Prozent bewirken. Das könne nur gelingen, meint der städtische Energieberater Peter Gödde, wenn die Astrid-Lindgren-Schule von fossiler auf erneuerbare Energieversorgung umgestellt werde.

Das bedeutet, dass bei der Sanierung der Harsewinkeler Grundschule gleich ein Bündel von Maßnahmen umgesetzt werden muss. Peter Gödde schlägt vor, einen der zwei Gaskessel, die seit 1992 zur Beheizung der Turnhalle und des Gebäudes zur Verfügung stehen, gegen einen Pelletkessel zu tauschen. Eine Maßnahme, die in 2017 – nach 25 Jahren Nutzung der Gaskessel – sowieso auf dem Plan gestanden hätte. Der zweite Kessel bleibe als Redundanz, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, erklärt Gödde.

Ferner sollen noch weitere Fenster ausgetauscht werden. Trotz eines jahrelangen Fensteraustauschprogrammes an der Schule an der Overbergstraße, sind noch einige einfachverglaste Fenster vorhanden, die durch dreifach verglaste Scheiben ersetzt werden müssten. Natürlich sollen aber auch Dämmmaßnahmen an dem Gebäude umgesetzt werden.

Beleuchtung bereits auf LED-Technik umgestellt

Gödde weist darauf hin, dass die gesamte Beleuchtung der Schule bereits auf LED-Technik und 2014 alle Umwälzpumpen auf Engerieeffizienzpumpen umgerüstet wurden. »So wurde in der Schule ein Minimum an Stromverbrauch herbeigeführt«, erklärt der Experte. Auch da sieht Gödde noch Handlungsbedarf: Durch eine Fotovoltaikanlage kann – zumindest bilanziell – der gesamte Strombedarf der Schule gedeckt werden.

Gödde fasst zusammen: »Einhergehend mit den Maßnahmen ist eine jährliche CO 2 -Reduktion von 123,5 Tonnen bei der Beheizung und 15,1 Tonnen beim Stromverbrauch zu verzeichnen. Zusammen also 138,6 Tonnen pro Jahr. Dieser Beitrag ist ein Baustein bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes«.

Die politischen Mandatsträger zeigten sich in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses von dem Modellvorhaben begeistert. Einstimmig erteilten sie Gödde den Auftrag, sich um die Fördermittel und den gesamten Kostenplan zu bemühen und diesen nochmal vorzustellen.

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