Mechthild Gräfin Kerssenbrock erhält das Verdienstkreuz am Bande Lebenshilfe ist ihre Herzenssache

Harsewinkel/Düsseldorf (WB/wes). Mechthild Gräfin von Korff genannt Schmising Kerssenbrock hat das Verdienstkreuz am Bande erhalten. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat am Mittwochnachmittag den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an sieben Frauen und neun Männer aus Nordrhein-Westfalen überreicht. In einer Feierstunde in Düsseldorf lobte die Ministerpräsidentin die herausragenden Verdienste – ganz besonders auch die von Mechthild Gräfin Kerssenbrock.

Mechthild Gräfin von Korff genannt Schmising Kerssenbrock (rechts) hat das Verdienstkreuz am Bande von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Empfang genommen.
Mechthild Gräfin von Korff genannt Schmising Kerssenbrock (rechts) hat das Verdienstkreuz am Bande von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Empfang genommen. Foto: Land NRW

»Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen«, hat Erich Kästner einmal gesagt. Mechtild Gräfin Kerssenbrock, 1940 in Harsewinkel geboren, tritt seit Jahrzehnten den Beweis für die Richtigkeit dieser Lebensweisheit an.

Bereits 1981, vor 35 Jahren, übernimmt sie den stellvertretenden Vorsitz im Verein »Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Gütersloh«. Dort organisiert sie Ferienfreizeiten für Kinder mit Behinderung und kämpft um die Finanzierung von Frühförderung.

Bis zur Eröffnung einer hauptamtlich besetzten Geschäftsstelle läuft die Koordination für viele Aktivitäten von ihrem Zuhause aus. 2005 wird Gräfin Kerssenbrock zur Vorsitzenden des etwa 350 Mitglieder zählenden Vereins gewählt.

Der Verein beschäftigt etwa 120 Hauptamtliche, die von mehr als 100 Ehrenamtlichen unterstützt werden. Im Mittelpunkt stehen neben monatlichen Vorstandssitzungen Gespräche mit Betroffenen und ihren Familien, mit Spendern, Politikern und der Presse. Erst im vorigen Jahr hat sie dieses Amt abgegeben, wobei sie dem Verein selbstverständlich als Ehrenvorsitzende verbunden bleibt.

Ein besonderes Herzensanliegen von Gräfin Kerssenbrock war und ist es, geeigneten Wohnraum für Menschen mit Handicap zu schaffen. Sie sollen autonom leben können, dafür scheut sie keinen Einsatz. So wurde zum Beispiel ein verfallener Hof in Harsewinkel von der Lebenshilfe übernommen, finanziert und 1991 als Wohnstätte »Tiemanns Hof« eingerichtet.

Ob integrative Karnevalsfeier oder Schützenfest – Inklusion wird in Harsewinkel schon lange praktiziert, wenn mehrere hundert Menschen mit und ohne Behinderung miteinander feiern.

Auch ein ehemaliges Übergangswohnheim für Aussiedler wurde dank der Bemühungen von Mechtild Gräfin Kerssenbrock von der Lebenshilfe um- und ausgebaut. Dort entstand eine Einrichtung mit betreutem Wohnen, mitten in Harsewinkel.

In der Gesellschafterversammlung und im Aufsichtsrat der »Wertkreis Gütersloh gGmbH«, in denen sie den Verein vertreten hat, machte sich Gräfin Kerssenbrock immer für die Teilhabe von behinderten Menschen am Arbeitsleben und für den Ausbau wohnortnaher Arbeitsplätze im Kreis Gütersloh stark.

Es gelingt ihr, wirkungsvolle Netzwerke zu schaffen, sie versteht es, Mitbür­ger für die Belange der Menschen mit Handicap zu gewinnen. Ihr Wirken und Kümmern hat vielen Menschen mit Behinderung zu einem selbstbestimmten Leben verholfen.

»Liebe Gräfin Kerssenbrock, bei so viel Engagement für andere haben Sie es verdient, heute selbst im Mittelpunkt zu stehen – und mit nichts Geringerem ausgezeichnet zu werden als dem Verdienstkreuz am Bande. Herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank für alles, was Sie geleistet haben«, sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und verlieh Mechthild Gräfin Kerssenbrock das Verdienstkreuz am Bande.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.