Insolventes Modeunternehmen reagiert auf Lockdown – Gerry Weber hält noch 12 Prozent
Hallhuber stellt Mitarbeiter frei

München/Halle -

Das insolvente Modeunternehmen Hallhuber, an dem der Haller Konzern Gerry Weber noch 12 Prozent hält, greift in der Corona-Krise zu drastischen Mitteln: Fast alle 2000 Mitarbeiter wurden vom 1. Februar an unwiderruflich freigestellt – solange bis die Filialen wieder öffnen dürfen beziehungsweise deren Betrieb profitabel möglich ist. Der Vorstand spricht von einem „Winterschlaf“ vermutlich bis Ende März.

Freitag, 05.02.2021, 04:28 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 04:30 Uhr
Auch die Hallhuber-Filiale in Bielefeld ist derzeit im Lockdown geschlossen. Fast alle Mitarbeiter des Modeunternehmens sind freigestellt worden und sollen nun Arbeitslosengeld beziehen. Ein Neustart ist für Frühjahr geplant. Foto: Bernhard Pierel

Die betroffenen Mitarbeiter hätten nun Anspruch auf Arbeitslosen- statt zuvor Kurzarbeitergeld, das Hallhuber vorfinanzieren müsste. Das dürfte den seit April 2020 im Insolvenzverfahren steckenden Unternehmen nicht mehr möglich sein. Für die betroffenen Mitarbeiter ändere sich durch diesen Schritt nichts an der Höhe ihrer Ansprüche.

Voraussichtlich ab 1. April sollen alle Mitarbeiter in einer neu finanzierten Gesellschaft außerhalb des seit April 2020 laufenden Schutzschirmverfahrens wieder angestellt werden, heißt es in einem Brief an die Beschäftigten. Bis dahin würden nur der Onlineshop und Zentralfunktionen ununterbrochen fortgeführt.

Hallhuber war 2015 von Gerry Weber für rund 100 Millionen Euro übernommen worden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens beim Haller Modekonzern hatte der Finanzinvestor Robus Capital 88 Prozent der Hallhuber-Anteile für einen Überbrückungskredit von 10 Millionen Euro und eine Barzahlung von 500.000 Euro erworben.

Den nach dem Teilverkauf im Juli 2019 noch verbliebenen 12-Prozent-Anteil an Hallhuber muss der Haller Modekonzern bis Ende 2024 veräußern. Das sah der Gläubigerplan der Gerry Weber AG vor. In dem Papier ist die Rede von einem angestrebten Nettoerlös von rund 5 Millionen Euro für die Gläubiger durch den Anteilsverkauf.

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