DRK behilft sich in Halle mit Notstromaggregaten und kann Betrieb aufrechterhalten
Kupferdiebe legen Testzentrum lahm

Halle -

Es ist ein unfassbar dreister Diebstahl, der am Samstag das Corona-Testzentrum an der OWL-Arena komplett außer Betrieb hätte setzen können. Denn Kupferdiebe haben ein etwa 100 Meter langes Stromkabel zerstört, die Hauptversorgungsleitung zwischen dem zentralen Stromverteiler der TWO und dem in einem Zelt untergebrachten und vom DRK-Kreisverband Gütersloh betriebenem Corona-Testzentrum.

Sonntag, 01.11.2020, 20:17 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 20:20 Uhr
Das aufgeschlitzte und seines Inhalts beraubte Stromkabel lag am Sonntag noch hinter dem Zelt des Corona-Testzentrums. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

 

Die bisher unbekannten Täter haben das Kabel aufgeschlitzt und die Kupferleitungen daraus entfernt, wie Dennis Schwoch, Vorstand des DRK-Kreisverbandes am Sonntag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT schilderte.

Wann genau der Diebstahl des Edelmetalls passiert ist, weiß er nicht. Nur am Samstag, jeweils von 10 bis 14 Uhr, ist das Haller Testzentrum in Betrieb. „Am Samstag vor einer Woche war das Kabel noch da. Als ich am vergangenen Samstagmorgen gegen 8.45 Uhr auf dem Gelände ankam, haben wir zunächst einen abgeschnittenen Stecker gefunden“, so Schwoch. „Erst dachten wir, dass jemand die Testungen sabotieren will“, so der DRK-Kreisvorsitzende. Doch dann zeigte sich der ganze Schaden, als man das „entkernte“ Kabel fand.

Die Stromleitung lag bereits seit dem Sommer, als Autokino-Events am Stadion stattfanden, auf dem Parkplatz. „Wir haben es mitgenutzt“, so Schwoch. Das Team vom Deutschen Roten Kreuz hat schnell gehandelt, wie der Vorsitzende beschreibt: „Schon vor 9 Uhr warteten schließlich die ersten in ihren Autos am Gelände. Nicht auszudenken, wenn wir nicht hätten testen können“, so Schwoch. Und weiter: „Wir haben uns dann beholfen und Notstromaggregate aus dem Bestand des DRK Halle und Versmold beschafft.“

Pünktlich zur Öffnung des Testzentrums stand auch die benötigte Stromversorgung. Allein am vergangenen Samstag haben sich 200 Menschen in Halle testen lassen.

Insgesamt rechnet Dennis Schwoch aber mit dem Inkrafttreten des Lockdowns auch mit einem Rückgang der Resonanz. „Wir denken über eine Reduzierung der Öffnungszeiten nach. Denn die Herbstferien sind zu Ende, und die Reiserückkehrer werden weniger. Dafür nimmt die Nachfrage nach Tests aus den Unternehmen zu, die sich wegen voller Auftragsbücher keine Ausfälle leisten können“, so Schwoch.

Im Falle des Kupferdiebstahls hat die Eventagentur, der das Kabel gehört, Anzeige bei der Polizei erstattet. In Zukunft wird auch kein Stromkabel mehr auf dem Parkplatz zu finden sein. „Wir legen jeweils unsere eigene kleinere Leitung“, so Schwoch. Equipement lagert das DRK ohnehin nicht vor Ort. Alles wird mitgebracht zu den jeweiligen Testterminen. Das Zelt ist unter der Woche leer.

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