Projektgruppe in Halle wirbt für ressourcenschonendes Verhalten
Nachhaltige Wege aufzeigen

Hall e (WB/mk). Es war das erste Treffen nach der Corona-Pause: Am Samstagnachmittag hat sich die Haller Projektgruppe „Gemeinsam nachhaltig sein“ am Martin Luther Haus versammelt, um mit Info-Ständen und Mitmach-Angeboten für eine nachhaltigere Lebensweise zu werben.

Dienstag, 06.10.2020, 03:00 Uhr

„Wir haben Anfang des Jahres mit dem Projekt angefangen. Es ist ein großes gesellschaftliches Thema, und wir wollen den Leuten aufzeigen, dass jeder von uns im Kleinen etwas tun kann. Wir tun dies ohne erhobenen Zeigefinger, das ist ganz wichtig“, erklärte Gemeindepädagoge Sebastian Plath von der evangelischen Kirchengemeinde.

Langsam geht’s wieder los

Der Mitorganisator zeigte sich hocherfreut, dass die Gruppe nun „langsam wieder loslegen“ könne. „Wir wollen die Menschen ermutigen, ihnen neue Wege aufzeigen und ins Gespräch kommen. Viele Leute in unserer Gemeinde sind in diesem Bereich sehr engagiert“, sagte Plath, laut dem sich die Gruppe ganz vielfältig engagiere. Neben Ausflügen in den Wald stünden auch Baumpflanz-Aktionen auf dem Programm, es wird mit Landwirten diskutiert und kontinuierlich daran gearbeitet, das „Nachhaltigkeits-Netzwerk“ zu erweitern.

Das jüngste Treffen am Samstag stand deshalb nicht umsonst unter dem Motto „Wirf mich nicht weg“, wobei auf verschiedene Themen eingegangen wurde. So gab es zum Beispiel an einen großen Stand mit Unmengen an gestifteter Kleidung, die gegen kleine Spenden abgegeben wurde. „Mit den Erlösen wollen wir dann im nächsten Frühjahr am Martin- Luther-Haus Hochbeete anlegen und einen Baum pflanzen“, so Sebastian Plath, der auch auf die „Foodsharing-Experten“ Nadine Blachetta und Anna Drees hinwies.

Foodsharing per Facebook

Die beiden jungen Frauen berichteten, dass sie im Freundeskreis vor zwei Jahren damit angefangen haben, zu viel eingekaufte oder nicht mehr benötigte Lebensmittel auszutauschen. „Wegwerfen ist doof. Das Foodsharing ist hier bei uns gerade erst im Kommen und klappt wunderbar. Jedes Produkt, das nicht weggeworfen werden muss, zählt“, sagte Anna Drees, die davon berichtet, dass es mittlerweile bei Facebook eine Foodsharing Gruppe für den Altkreis Halle gibt – immerhin mit mehr als 150 Mitgliedern. „Man kann aber auch ganz einfach selbst eine kleine Gruppe gründen. Da ist ganz viel möglich“, so Nadine Blachetta.

Ein paar Meter weiter zeigten indes Eckhard Wienke und Anton Meyer, dass es sich lohnt, alte Radios zu reparieren. „Die Geräte haben eine ganz besondere Wertstellung“, so Eckard Wienke über die Retro-Geräte. Darunter übrigens auch ein historisches SABA Lindau Röhrenradio aus dem Jahre 1947, das inzwischen wieder beinahe „trendy“ ausschaut.

Obsttüten aus Altpapier

Gegenüber von den beiden Fachmännern für Elektrotechnik hatte Ingrid Rademacher ihr Zelt aufgeschlagen. Hier demonstrierte sie, welche kreative Dinge sich aus alten Zeitungen zaubern lassen. Darunter filigrane Sterne und mit Hilfe ihres Zeitungsgarns, fertigte sie kleine Lappen und Tüten, in die man lose Lebensmittel wie Obst packen kann.

Außerdem konnten die Besucher an diesem Tag selbst gebackenes Brot und Apfelmus probieren, und der Nachwuchs beschäftigte sich mit dem Anmalen von Stoffbeuteln. „Ich finde es ganz toll, was hier wieder los ist“, sagte Sebastian Plath, der sich mit seinem Team viel Mühe gegeben hatte. Leider ließ der Zuspruch diesmal doch etwas zu wünschen übrig.

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