Erfolg des Musiksommers lässt für Bach-Tage 2021 hoffen
Musica corona – nah am Herzen

Halle (WB). Mehr als 500 Freunde klassischer Musik haben im Corona-Sommer 2020 mit den Füßen abgestimmt: Die sechs Konzerte im 1. Haller Musiksommer waren trotz aller Pandemie-Einschränkungen ausgezeichnet besucht. „Die Leute waren dankbar, und wir hatten das Gefühl, dass wir genau in eine Lücke treffen“, sagt Kirchenmusikdirektor Friedemann Engelbert. „Der Bedarf ist da“, bestätigt Markus Stein, der Organist von Herz-Jesu und Mitorganisator im Musiksommer.

Freitag, 04.09.2020, 06:00 Uhr
Wollen die gelungene Zusammenarbeit im nächsten Jahr fortsetzen: Kirchenmusikdirektor Friedemann Engelbert, der Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde, (links) und Markus Stein , Organist der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde.            Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Eine Erfahrung der kleinen Musikreihe, die in diesem Corona-Jahr Premiere feierte, nimmt Halles Kantor mit in die Vorbereitung der Haller Bachtage 2021: Die Stunde der kleinen Ensembles hat geschlagen. Auch für das renommierte Klassikfestival muss man – Stand heute – mit weniger Zuschauern kalkulieren, mit weniger Musikern und vor allem mit weniger Sängern. Die Folge: Friedemann Engelbert ist dabei umzuplanen. Statt großer Oratorien wie dem Matthäus-Evangelium mit 80 Sängern und 40-köpfigem Orchester eine Solo-Kantate von Bach?

Konzertangebot trifft auf Lücke

Aus gegebenen Anlass hat Friedemann Engelbert den Titel der Bach-Tage geändert. Statt „Aus Liebe“ heißt das Thema „Musica corona – nah am Herzen“. Der Leiter der Bach-Tage setzt auf Konzerte mit Wiederholungen, damit mehr Zuhörer die Konzerte genießen können. Und bei der Verpflichtung von Künstlern auch auf die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Lemgo, seinem früheren Wirkungskreis, eine elegante Lösung für alle Seiten. „Auch die Musiker sind froh, wenn sie keine Absagen bekommen und Ensembles auf Tour gehen können“. Noch zu klären ist beispielsweise, ob unter den Corona-Bedingungen ein Kinderkonzert wohl sinnvoll ist. Vieles müsse sicher spontan geklärt werden.

Zurück zum Musiksommer 2020 und dem Ausblick auf den musikalischen Herbst. Der Sommer sei in Halle bisher gar nicht bespielt worden, das „Modell aus Lemgo“ vielleicht auch deshalb in der Lindenstadt sehr erfolgreich. Die Idee, an den Wochenenden jeweils drei Konzerte in den beiden Kirchen anzubieten, sei schon deshalb beim Publikum bestens angekommen. „Die Leute waren dankbar über das Angebot und die vielfältigen Genres in einer Konzertreihe“, hat Markus Stein festgestellt. Der ökumenische Brückenschlag sei gut angekommen. Markus Stein: „Unser Format funktioniert. Sonst wären nicht so viele Zuhörer gekommen.“ Der Organist der katholischen Kirchengemeinde zieht daraus einen Schluss: „Wir dürfen nicht nur quantitativ denken, sondern durchaus kleine Edelsteine platzieren“.

Sponsoren-Unterstützung hat den Organisatoren jetzt Planungssicherheit gegeben. Der Musiksommer war auch finanziell kein Minusgeschäft. Stein. „Das macht Mut und motiviert.“

Bach-Kantate im November

Das Konzert „Zwischen Himmel und Erde“ soll ein drittes Mal zu hören sein. Sonntag, 11. Oktober, wird es in der St. Jacobi-Kirche in Werther wiederholt.

Für 2021 planen Engelbert und Stein einen weiteren gemeinsamen Musiksommer. Dann vielleicht mit noch mehr Zuhörern? Dank einer anderen Sitzordnung als anfangs ausgearbeitet können in der Johanniskirche bis zu 160 Besucher sitzen. Zudem geben gelockerte Abstandsregeln Anlass zur Hoffnung, dass vielleicht das Singen im Chor – Balsam für die Seele und Begegnung von Menschen – wieder einfacher wird.

Statt des für Ende September geplanten „Messias“ hat Friedemann Engelbert für Sonntag, 15. November die Bach-Kantate „Tilge, Höchster, meine Sünden“ geplant. Die Psalm-Vertonung ist angelehnt an Pergolesis bekanntes „Stabat Mater“, die Musik an den deutschen Text angepasst. Sopranistin Friederike Webel und Altus Friedemann Engelbert werden begleitet vom Westfälischen Barock-Consort.

Für den 22. November hat der Kirchenmusikdirektor wieder ein Prologkonzert für die Bach-Tage vorgesehen. Lothar Theissmann begibt sich mit seiner Konzertgitarre auf eine einzigartige musikalische Reise: „Wege zu Bach“.

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