International Premier League spielt vier von fünf Wochen in Halle
In der Verlängerung

Halle (WB). Jetzt steht es fest: Von der insgesamt fünfwöchigen Turnierserie International Premier League (IPL) werden vier Wochen in Halle gespielt.

Freitag, 07.08.2020, 05:00 Uhr
Vom Mitspieler zum Turnierorganisator: Andre Begemann (links) und Philipp Kohlschreiber beim Davis Cup Foto: Arne Dedert/dpa

Corona-Hygiene-Konzept erstellen (300 Zuschauer sind in Halle zugelassen), 150.000 Euro Preisgeld insgesamt (5000 für den Sieger, 3000 für die Siegerin), 36 Spieler (je 18 Männer und Frauen) plus Ersatzspieler, acht Schiedsrichter (u.a. aus Polen, Belgien und Rumänien), zwölf Ballkinder, 15 Ordner und 80 Hotelzimmer wöchentlich: Der Aufwand, um das neue Format durchführen zu können, ist gewaltig.

Das hat auch Andre Begemann gespürt. Der 36-Jährige, geboren in Lemgo, mit 16 ging es nach Halle, dann in die USA (der ehemalige Davis-Cupspieler machte dort einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre), hatte in den letzten Wochen ziemlich wenig Schlaf. „Wir haben das Ganze monatelang vorbereitet. Die Idee dazu hatten meine Frau, Julian Lenz und ich.“ Und die drei studierten Wirtschaftswissenschaftler gingen das Unternehmen wie ein Startup an – „mit Gerüst, Konzept und Businessplan“. Und wie bei jeder Sportveranstaltung galt auch diesmal: Sponsoren geben nur Geld, wenn das TV kommt; das überträgt nur, wenn prominente Spieler kommen; und die treten auch lieber an, wenn es Geld gibt.

Kompliziert wurde die Vorbereitung auch durch die rasante Entwicklung in Sachen Corona. Die große Lösung wurde im Laufe der Zeit unrealistisch. Begemann: „Und dann haben wir uns entschlossen, das Ganze bodenständig durchzuziehen und nicht mit irgendwelchen Ticketverkäufen zu spekulieren.“

Dem Topspieler der Auftaktwoche gefiel es auf jeden Fall auch in der abgespeckten Variante. „Es ist einfach wichtig, dass die Spieler Möglichkeiten finden, ihren Beruf auszuüben“, erklärte Jan-Lennard Struff (Weltranglistenplatz 34), der bevorzugt auf Hartplatz spielte. „Jedem hier hat man angemerkt, wie groß die Lust auf Wettkampftennis ist.“ Fakt aber, so der 30-jährige Warsteiner, sei vor allem dies: „Tennis ist wieder da. Für die Spieler. Und für die Zuschauer.“

Sandplatzfreund Philipp Kohlschreiber (Weltranglistenplatz 74) lobte die Gesamtorganisation: „Es war einfach schön, an diesen vertrauten Ort zurückzukehren und Matches bestreiten zu können. Und das alles in einem geordneten, disziplinierten Rahmen.“ Struff hatte die Turnierwoche mit drei Siegen und zwei Niederlagen abgeschlossen, Kohlschreibers Bilanz: vier Siege, eine Niederlage.

Glücklich war auch Ralf Weber, Turnierdirektor der Noventi Open: „Nach der unvermeidlichen Absage unseres Turniers sind wir nun gerne Gastgeber für die Spitzenspieler aus Deutschland und vielen anderen Ländern aus Europa. Wir freuen uns, dass die IPL bei uns in die Verlängerung geht.“

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