Susanne Ulbrich darf Gäste bis Ende Oktober außen bewirten
„Weingärtchen“ am Kirchplatz

Halle (WB). Für kurze Zeit sah es so aus, als könnten gleich drei kleine Betriebe im denkmalgeschützten Fachwerk der Haller Innenstadt einen Weg aus der Corona-Krise finden. Doch die Hoffnung auf ein Pop-Up-Café im Biergarten zerschlug sich gleich am ersten Tag. Die Gastronomie hat nach wie vor heftig zu kämpfen. Wobei sie durchaus ganz praktisch von der Stadt unterstützt wird. Das hat auch die Haller Wein-Expertin Susanne Ulbrich erfahren.

Samstag, 01.08.2020, 05:00 Uhr
Geprüfte Sommelière und jetzt auch zertifizierte „German Wine Professional“: Susanne Ulrich hat ihre Außen-Gastronomie bis Ende Oktober mit Genehmigung des Ordnungsamtes und der Kirchengemeinde erweitert. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Denn das Ordnungsamt hat für ihren kleinen Betrieb an der Ecke Blümchengasse/Bahnhofstraße eine Sonder-Nutzungserlaubnis erteilt. Bis Ende Oktober darf die geprüfte Sommelière ihren Außen-Gastro-Service ein wenig in den öffentlichen Raum erweitern. 28 Gäste finden dort jetzt Platz. Zusätzlich bietet die 55-jährige Hallerin weiteren 18 Besuchern eine bequeme Sitzgruppe mit Lounge-Charakter auf dem Kirchplatz an.

Gastronomie auf dem Kirchplatz

Was das Restaurant Dietz vorgemacht hat – Gastronomie auf dem Kirchplatz – mindestens zu Zeiten von Corona freut es viele, dass die Evangelische Kirchengemeinde auf Anfrage des Ordnungsamtes die Erlaubnis erteilt hat. „Es ist eine Bereicherung der Stadt“, meint auch Benjamin Potthoff, Abteilungsleiter im Ordnungsamt.

Susanne Ulbrich, die im beliebten „Weinsinn“ übrigens zwei Azubis beschäftigt, hat am Donnerstag auch von 15 bis 21 Uhr offen, freitags sogar bis 21 Uhr. „Ich überlege, ob wir nicht erweitern“, sagt die Weinkennerin, die ihren Gästen auch ein wechselndes Tapa-Angebot kredenzt.

„German Wine Professional“

Vor fünf Jahren hat sie die Sommelière-Prüfung der IHK bestanden. Jetzt ist sie zudem als geprüfte „German Wine Professional“ mit einem Zertifikat des Deutschen Weininstitutes ausgestattet. 21 Monate hat die Fortbildung in Badenheim in Rheinhessen gedauert. Ihr Ziel war es eigentlich, sich für Messestände, Weinverkostungen und -beratungen noch stärker zu qualifizierten. Dem hat Covid 19 einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch noch mehr zu riechen und zu schmecken lohnt sich: Die Weinfreundin, die ihr Lieblingsgetränk zum Beruf gemacht hat, gibt auch in Halle immer wieder Sensorik-Seminare. Jetzt will sie deutsche Weine stärker in den Mittelpunkt rücken. „Wir sollten stolz sein auf das, was unsere Weine können. Überall spricht man von Pinot Grigio oder Bordeaux und selten vom Mosel oder guten Rheinlagen. Das sollten wir ändern.“

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