20 Jahre SPD-Vorsitz in Halle: Ulrike Sommer tritt ab
„Ich möchte diese Zeit nicht missen“

Halle (WB). Inspiriert vom neuen politischen Trend hin zur Doppelspitze aus Mann und Frau hat der Ortsverein der Haller SPD am Samstag bei seiner Jahreshauptversammlung ein neues Vorsitzenden-Duo gewählt. Die anwesenden Mitglieder votierten im Landhotel Jäckel mit großer Mehrheit für die Bewerber Marie Hauhart und Jörg Witteborg, die zukünftig mit einer Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan überzeugen wollen.

Dienstag, 02.06.2020, 06:00 Uhr
Die Familie hat ihr immer Kraft gegeben: Ulrike Sommer zieht sich zurück. Tochter Edda Sommer, Enkel Max Brenker und Sohn Wolfram Sommer (von links) engagieren sich ebenfalls in der SPD. Foto: Malte Krammenschneider

Mit diesem Votum endete zugleich die 20-jährige Amtszeit von Ulrike Sommer, die berichtete, dass sie sich schon in jungen Jahren für Politik interessiert habe. „Mit 30 Jahren bin ich dann 1984 in den Rat gekommen und habe seither Lokalpolitik gemacht. Es war eine aufregende Zeit, die ich nicht missen möchte“, sagte Sommer, die sich in den Jahren 1994 und 1999 um das Bürgermeisteramt in Halle beworben hatte, ihrem CDU-Mitbewerber damals jedoch knapp unterlag.

Aufbruch statt Niederlage

Rückblickend betrachtet Sommer diese Wahlen aber nicht als Niederlagen sondern vielmehr als Aufbruch. „Ich hatte so viel Unterstützung erfahren und wollte den Leuten etwas zurückgeben“, erzählt Sommer, die im Jahr 2000 den Vorsitz der Haller SPD übernahm. Mit ihrem Engagement trug sie auch dazu bei, dass die Sozialdemokraten in den Folgejahren immer stärker wurden und schließlich in Anne Rodenbrock-Wesselmann doch eine Sozialdemokratin in das Rathaus einziehen konnte.

„Du bist immer geradlinig gewesen und hast deine Meinung gesagt. Vielen Dank für die schöne ‚Sommer-Zeit‘. Ich habe immer gerne Wahlkampf mit dir gemacht“, sagte Landtagsabgeordneter Georg Fortmeier, der nicht unerwähnt lassen wollte, dass Ulrike Sommer auch 10 Jahre lang als SPD-Kreisvorsitzende tätig war.

Stehende Ovationen

In ihrer abschließenden mit stehenden Ovationen bedachten Rede als Vorsitzende ging die 66-Jährige noch einmal auf politische Themen ein, die sie nach wie vor besonders bewegen. Darunter die Realisierung eines Badesees in Halle, die Umstellung der Mobilität weg vom Auto oder auch die medizinische Versorgung vor Ort. Auch zunehmende Bürgerbeteiligung findet sie gut. „Dennoch gibt es gute Gründe, dass wir eine repräsentative Demokratie sind.“ Es gelte, das Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen. „Die SPD kann das. Trotz bescheidener Umfragewerte auf Bundesebene ist sie eine tolle Partei.”

Duo am Start

Eine Überzeugung, die auch Marie Hauhart und Jörg Witteborg in sich tragen, denn sie treten von nun an gemeinsam in Sommers große Fußstapfen. Marie Hauhart (23) zog 2010 von Werther nach Halle und machte ihr Abi am KGH. Nach ihrem dualen Studium in Bethel möchte sie als Personalreferentin arbeiten. Sie ist seit 2016 SPD-Mitglied. Der ehemalige Schulleiter Jörg Witteborg ist derweil seit 48 Jahren in der SPD, war in unterschiedlichsten Ortsvereinen engagiert und kam 2012 nach Halle. „Wir als Vorsitzende und der gesamte Vorstand verstehen uns als Team. Zusammen kann vieles gelingen“, sagte Witteborg.

Vize-Vorsitzende sind von nun an Tim Brandt und Claudia Lantzke, Kassierer bleibt Wolfgang Bölling und als Beisitzer fungieren Marco Hülsmann, Daniel Kühnpast, Sandra Mecklenburg, Michael Müller, Anne Rodenbrock-Wesselmann, Anke Ruprecht, Christian Schulz, Edda Sommer und Michael Wienecke. Der Ortsverein hat aktuell 108 Mitglieder.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7431679?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F
Polizist soll rechtsextreme Propaganda gepostet haben
„Jegliches extremes Verhalten in den eigenen Reihen wird nicht geduldet“, sagt Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere. Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker