Coronakrise bietet auch einen Anlass für unerwartete Spenden und Hilfsaktionen
Schöne Signale in schwieriger Zeit

Halle (WB). Und es gibt sie doch – die guten Nachrichten. Das hat zum Beispiel Melanie Lünstroth vom Haller Reisebüro „Urlaubs-Oase“ festgestellt. Ihre Kampagne auf der Internet-Plattform „gofundme“ hat der Unternehmerin neben kleineren Unterstützungs-Beiträgen auch eine Spende von einem Berliner Unternehmen eingebracht.

Donnerstag, 07.05.2020, 06:00 Uhr
Trotz Corona gibt es Spenden und Hilfsaktionen: Melanie Lünstroth freut sich zum Beispiel über eine Spende aus Berlin.

„Das ist ein absolut schönes Signal in diesen schwierigen Zeiten“, findet auch Max Kummrow vom HIW-Projekt „Kauf im Ort“. Die Corona-Krise bietet nämlich auch Raum für kreative Ansätze, wie sich bei einem Blick auf die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Nachrichtenlage in Halle zeigt.

Insgesamt hat das erst 2017 gegründete Unternehmen Uhrwerk Berlin 1570 Euro für die „Urlaubs-Oase“ gespendet. Das Geld ist bei einer Vier-Wochen-Aktion zusammengekommen, berichtet Melanie Lünstroth (41) von fünf Euro pro verkaufter Uhr aus einem Unternehmen mit ethischem Anspruch und nachhaltigem Ansatz. Die verlängerte Reisewarnung hatte die Branche erneut extrem hart getroffen. „Wir sind die ersten, die Covid 19 betrifft und vielleicht auch die letzten“, sagt Melanie Lünstroth, die sich vor zwölf Jahren selbständig gemacht hat. Ihre Mitarbeiter – einen Vollzeit- und eine Teilzeitkraft sowie eine Aushilfe – seien schon in Kurzarbeit. „Wir kämpfen uns jetzt von Monat zu Monat durch und sind natürlich für jeden Euro dankbar“. Trotz aller Sorgen ist die Geschäftsfrau optimistisch: „Wir bleiben weiter für alle Reiselustigen da und suchen nach dem schönsten Strand, dem höchsten Berg und den bequemsten Hotelbetten.“

Das Mehrgenerationenhaus Halle ist zwar noch für den Publikumsverkehr geschlossen, hat aber zwei Projekte gestartet, um mit den Familien, die jetzt keine Angebote nutzen können, trotz Corona im Gespräch zu bleiben. „Wir haben die Zeit genutzt und Kreativtüten gepackt“, schreibt Karin Elsing. Neben Spielideen enthalten sind beispielsweise Schnittanleitungen für Stoffmasken, Samen und Blumentöpfe mit Pflanzanleitungen und Bastelschablonen. Von Montag, 11. Mai, an dürfen sich Kinder – nach telefonischer Terminabsprache – die Tüten kostenlos abholen.

Ein Überraschungsangebot mit kleinen Geschenken wie Straßenkreide, Malstiften oder Rätselheften wird von heute an in Familientüten mit Beschäftigungsmaterial verpackt. Es stammt aus Spendenmitteln und ist gedacht für bedürftige Familien (die Gütersloher Tafel hat anonymisierte Listen, die aber Alter und Geschlecht von Kindern ausweisen). „Da freuen sich alle über Zeichen der Verbundenheit“, schreibt Karin Elsing zu der Aktion mit sinnvollen Beschäftigungsmaterialien, die direkt an die Familien verteilt werden, die zur Verteilstelle des DRK gehören. Ab Montag wird die Verteilstelle Oase beliefert. Das Familienzentrum bedankt sich übrigens beim Lionsclub Bielefeld Hünenburg: Ohne die Spende wäre dieses Projekt undenkbar.

Aktiv geworden ist auch der Förderverein des Hauses Eggeblick – eine Unterstützung zusätzlich zu Beschäftigungsangeboten von Betreuern und Pflegern. Mit Blumensträußen haben sich die Angehörigen bei den Mitarbeitern für ihr Engagement bedankt, teilt Renate Erlebach vom Sozialdienst mit. Musik vom Posaunenchor, Grillwürstchen und ein Besuch der Klinik-Clowns (Birgit Klinksieck und Sandra Bernhardt), spendiert von der BKK, haben den Bewohnern eine Freude gemacht.

Das Klinikum konnte sich kürzlich über eine Zuwendung des Türkisch-Islamischen Kulturvereins freuen. Um das Personal wie Patienten zu unterstützen, nähten Vorstandsmitglieder zu Hause rund 200 Atem- und Mundschutze, welche sie dem Klinikpersonal inklusive einem Korb voller Süßigkeiten samt netter Zeilen überreichten. “Ihr seid unsere Helden” hieß es auf einer Karte.

Fünf Wochen Hand in Hand gearbeitet haben das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst bei einem Corona-Einsatz in Halle. Beide Organisationen stellten im Auftrag des Krisenstabes des Kreises Gütersloh den infektionssicheren Transport von Dialyse-Patienten in die Praxis am Krankenhaus Halle sicher. 112 ehrenamtliche Rettungssanitäter und Rettungshelfer leisteten bei 300 Transporten zusammen 1.250 Einsatzstunden.

 

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