Berufskolleg und Kreisgymnasium sind trotz Corona gut vorbereitet
Warten auf die Abi-Prüfung

Halle (WB). Seit einigen Tagen steht fest: Die Abiturklausuren werden nicht, wie ursprünglich geplant, direkt nach den Osterferien geschrieben, sondern erst drei Wochen später, im Zeitraum zwischen dem 12. und 20. Mai. „Durch diese Nachricht ist der Druck ein wenig aus der ganzen Geschichte rausgenommen worden, das ist gut“, sagt Dietmar Hampel, Leiter des Haller Berufskollegs. „Schüler und Eltern waren schon sehr beunruhigt, weil sie nicht wussten, wie es weitergeht. Da herrscht nun mehr Klarheit.“ Am Haller Berufskolleg wollen in diesem Jahr 70 Schülerinnen und Schüler ihr Abitur bauen.

Freitag, 03.04.2020, 06:00 Uhr
Corona macht es notwendig: Die Abiturklausuren werden um drei Wochen verschoben. In Halle sind rund 160 Schüler betroffen. Foto: dpa

Fachlich gut aufgestellt

So, wie sonst auch, werden die Prüfungen aber nicht ablaufen können. Hampel: „70 Schüler in einen Raum stecken dürfen wir nicht, in kleinen Gruppen ist das auch nicht so einfach. Es gibt noch viele Fragezeichen.“ Infos erwartet Hampel auch noch zu den anstehenden Prüfungen zum Fachabitur: „Da gibt es noch gar keine Termine.“

Grundsätzlich sei seine Schule aber gut aufgestellt, Lehrer und Schüler treffen sich aktuell im Videounterricht, das funktioniere einwandfrei. Jeder Schüler im Abiturbereich habe sein eigenes Tablet, so dass alle am digitalen Unterricht teilnehmen können. Hampel: „Was den Lehrstoff betrifft, sehe ich keine Probleme. Die Schüler werden den zentralen Anforderungen gerecht, was auch an den sehr engagierten Kollegen liegt.“

Was den Inhalt betrifft, hat auch Kollege Markus Spindler keine Sorgen. Am Kreisgymnasium wollen in diesem Schuljahr rund 90 junge Menschen ihre Abiturprüfungen absolvieren. „Wir haben Verständnis für die Terminverschiebung, aber wir ärgern uns doch ein bisschen darüber, weil die Schüler bestens vorbereitet sind und gern direkt ihre Klausuren geschrieben hätten“, sagte der Schulleiter dem WESTFALEN-BLATT. „Mit dem Stoff sind die angehenden Abiturienten seit Januar oder Februar durch, seitdem wiederholen sie und bereiten sich auf die Prüfung vor. Wir waren in den Startlöchern.“

Wenn Teststelle, dann kein Schulbetrieb

Auch Spindler muss noch die Details planen: „Unendlich Platz, um die Schüler zu verteilen, haben wir nur, wenn die Schule für die anderen Schüler geschlossen ist. Ich gehe im Moment aber davon aus, dass die Schulen am 20. April wieder öffnen – aber wissen tut es noch keiner“, so Spindler. Das Kreisgymnasium ist übrigens schon ausgeräumt, falls dort – nach dem Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh – eine weitere Corona-Anlaufstelle eingerichtet werden müsste. Spindler: „Wenn das KGH zur Teststelle wird, wird es dort keinen Schulbetrieb geben.“

Spindler berichtet, dass die Schüler sehr nett und voll des Lobes seien. „Sie vermissen ihre Lehrer sogar, wahrscheinlich zum ersten Mal im Leben“, sagte er mit einem Schmunzeln. Er wies darauf hin, dass auch der Kreativwettbewerb der Schule zum Thema „Alles steht still? Zeige uns, was dich bewegt in diesen merkwürdigen Zeiten!“ noch läuft. „Es sind schon tolle Zusendungen wie Musikvideos gekommen. Wir hoffen noch auf Essays, Gedichte oder andere Kunstwerke.“ Eine Teilnahme am Wettbewerb (Infos auf www.kreisgymnasium-halle.de) ist noch bis zum ersten Schultag möglich. Markus Spindler: „Wann auch immer der erste Schultag sein wird...“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7354854?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F
Arminia und der Karten-Ärger
Zu 20 Prozent darf die Schüco-Arena am Samstag ausgelastet werden. Die Registrierung für die etwa 5400 Karten sorgt für Probleme. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker