Kommentar zu Corona-Risiken und der Freibad-Debatte in Halle
Die Risiken nüchtern einschätzen

Die Aufregung rund um den Corona-Virus ist leider groß. Und mitunter wird die allgemeine Verunsicherung durch problematische Signale wie die Absage von Feuerwehr-Versammlungen auch noch befeuert. Was es in dieser Zeit zwischen den Polen Hysterie (Schnell noch Hamsterkäufe erledigen!) und Ignoranz (Ich niese ungeschützt meine Umgebung an!) hingegen braucht, ist etwas anderes: ein gutes Stück Gelassenheit, die sehr nüchterne Abwägung von Risiken sowie das Vertrauen in den Rat von anerkannten Experten.

Samstag, 07.03.2020, 05:00 Uhr
Blick auf den ehemaligen Außenbereich des Lindenbades in Halle, wo die Badegäste ein aufwändiges Spielparadies vorfanden. Jetzt läuft die Diskussion um den Wiederaufbau eines konventionellen Freibades. Foto: Lindenbad

Zuschussbedarf stiege auf 20 Euro je Badegast

Wie bekommt man nun inhaltlich die Kurve zu einem Thema, das weitgehend virenfrei ist und dennoch eine große Bedeutung für viele Haller Bürger und auch den anstehenden Kommunalwahlkampf hat? Die Rede ist von dem Neu- und Wiederaufbau eines Freibades, für das in dieser Woche eine Machbarkeitsstudie vorgestellt worden ist. Nun, auch hier ist (politische) Gelassenheit, die nüchterne Abwägung von (finanziellen) Risiken und das Vertrauen in den Rat von Experten gefragt. Bäder-Fachmann Altenburg hat in seinem Vortrag an die Politik eine klare Botschaft formuliert, die sich ungefähr so anhört: Wenn ihr ein Kombibad (Hallenbad und Außenbecken) unbedingt haben wollt, ist das am Standort Gausekampweg durchaus zukunftsfähig. Aber überlegt euch gut, ob ihr dann einen auf 1,5 Millionen Euro gestiegenen jährlichen Zuschussbedarf (20 Euro Zuschuss pro Badegast) auch morgen und übermorgen noch zahlen könnt und wollt.

Ist ein Freibad nur eine „nice to have“-Einrichtung?

Angesichts solcher Zahlen ist man geneigt auszurufen: Natürlich ist das zu teuer! Andererseits: Wenn heiße Sommer die Regel werden, steigt dann nicht klimatisch bedingt der Status eines Freibades von „nett zu haben“ auf „muss man haben“? Sollen Haller Kinder am Ort nicht das gleiche Freibad-Vergnügen genießen können wie es Generationen Haller vor ihnen erlebt haben? Das sind ernste Fragen. Und angesichts der Summen, die für durchaus fragwürdige Projekte in Halle aufgewandt werden, kann man Finanzfragen so und so bewerten. Wichtig wäre, dass man nun alle Aspekte diskutiert. Und wenn die Stadt am Ende einen kostenlosen Shuttle-Service für Kinder zu Freibädern in der Haller Nachbarschaft finanziert.

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