Umbau der Hauptverkehrsstraße: Kritische Stellungnahmen von Kreis, Polizei und Bezirksregierung Zweite Alleestraßen-Planung bei Behörden durchgefallen

Halle (WB). Die zweite Vorplanung für den Umbau der Alleestraße ist bei einem Behördentermin im Januar, an dem neben der Stadtverwaltung auch das Verkehrsplanungsbüro Kaulen sowie das Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh, die Kreispolizeibehörde und die Bezirksregierung teilgenommen haben, kritisch beleuchtet worden und ist im Ergebnis durchgefallen. Jetzt gibt es Bestrebungen in der Stadtverwaltung eine dritte Vorplanung für die Alleestraße in die Wege zu leiten, wogegen sich allerdings Widerstand manifestiert.

Von Stefan Küppers
Blick auf die Alleestraße vom Bahnübergang aus. Nachdem die zweite Vorplanung für den Umbau von den Fachbehörden in wesentlichen Punkten abgelehnt worden ist, stellt sich die Frage, wie nun weiter vorgegangen werden soll.
Blick auf die Alleestraße vom Bahnübergang aus. Nachdem die zweite Vorplanung für den Umbau von den Fachbehörden in wesentlichen Punkten abgelehnt worden ist, stellt sich die Frage, wie nun weiter vorgegangen werden soll. Foto: Stefan Küppers

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In der unendlich anmutenden Geschichte der Alleestraßen-Planung soll nach dem kritischen Feedback der Fachbehörden nunmehr eine dritte Vorplanung auf den Weg gebracht werden. So jedenfalls plant es die Verwaltung und die sie unterstützende politische Mehrheit im Rat. Offensichtliches Ziel: Die Planung soll noch vor der Kommunalwahl irgendwie durchgebracht werden.

Klüger wäre etwas anderes: Den umstrittenen Planungsprozess bewusst bis nach der Wahl ruhen zu lassen, die vielen Verkehrszählungen abzuwarten und schließlich mit der notwendigen Ruhe eine Gesamtbetrachtung der Lage (Generalverkehrsplan) anzugehen.

Stefan Küppers

Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen hatte Anfang November der Politik eine neue Entwurfsplanung für die Alleestraße vorgelegt. Dies war nötig geworden, weil der erste Entwurf auf massiven Widerstand gestoßen war. In der Folge hatte die Stadt einen Bürgerworkshop durchgeführt, aus dem Anregungen in die zweite Entwurfsplanung einfließen sollten. Weil aber im neuen Entwurf gleich 56 der 106 Parkplätze entlang der Alleestraße wegfallen sollten, wurde dieser in der Bürgerschaft von vielen sehr kritisch diskutiert.

Bei besagtem Behördentermin im Januar ging es bei der Fachkritik jedoch weniger um die Parkplatzfrage als um verkehrstechnische Fragen. So wurde ein separierter Radweg, wie ihn Kaulen geplant hatte, abgelehnt. Kritische Rückmeldungen gab es auch zur geplanten Busbucht am Kreisgymnasium, unter anderem weil Radfahrer durch die wartenden Schülermengen hindurch fahren müssten. Das berge Gefahren. Fachliche Kritik gab es zudem an der geplanten Bushaltestelle im unmittelbaren Ampelkreuzungsbereich von Alleestraße und Wasserwerkstraße (Zufahrt zur Gesamtschule) sowie an der Ampelkreuzung am Rathaus, wo die geplante Zufahrtslösung nicht die Zustimmung der anderen Behörden fand.

Laut Eckhard Hoffman, zuständiger Abteilungsleiter in der Haller Bauverwaltung, plant das Rathaus im Bau- und Verkehrsausschuss am 18. Februar darüber befinden zu lassen, ob nunmehr eine weitere Variante zur bestehenden Vorplanung erarbeitet werden soll. Diese weitere Variante, er vermied das Wort dritte Vorplanung, könne dann mit dem zweiten Entwurf wie geplant den Bürgern zur Diskussion vorgestellt werden. Ursprünglich sollte eine solche Informationsveranstaltung für Bürger bereits im Januar durchgeführt werden. Wie das WB erfahren hat, gibt es gegen dieses geplante Vorgehen insbesondere aus Reihen der CDU Widerstände. Hier wird kritisch hinterfragt, ob das Büro Kaulen tatsächlich eine weitere Planung auflegen sollte.

Disput über Gründe für geringe Entlastungswirkung auf der B68

Das Straßenverkehrsamt will nach dem A33-Lückenschluss die Verkehrszählungen auf der B68 in der Ortsdurchfahrt Halle sowie auch auf der Alleestraße fortsetzen. Das hat Bernhard Riepe von der Straßenverkehrsbehörde auf Anfrage bestätigt.

Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse einer Verkehrszählung des Straßenverkehrsamtes von Mitte Dezember sind auf eine kritische Reaktion des Büros IVV aus Aachen gestoßen, das alle bisherigen Verkehrsprognosen für die Stadt Halle erarbeitet hat. Wie berichtet, waren Verkehrsrückgange vor und nach dem Lückenschluss mit 13 bis 18 Prozent deutlich geringer ausgefallen als prognostiziert. IVV führt dies unter anderem auf die aktuelle A33-Baustelle bei Halle zurück. Im übrigen sei in einer besonders verkehrsreichen Woche vor Weihnachten gezählt worden. Schließlich vermutet IVV, dass vormals in Nebennetze verdrängte Verkehre wieder auf die B68 zurückgekommen seien. Riepe informierte, dass die Verkehrsmengen auf der B68 in Höhe Hesseltal sich halbiert haben. Er bezweifelt, dass die Verkehrsmengen in der Ortsdurchfahrt noch um mehr als 5 bis 10 Prozent sinken könnten.

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