Stadt hat Paten fürs »Einheitsbuddeln« gefunden – Mehr naturnahe Gärten erwünscht Kleine Kinder helfen jungem Baum

Halle (WB). Die Paten aus der Aktion »Einheitsbuddeln« haben bei der Pflanzung in Bokel zugeschaut: Die ersten sechs Bäume dürfen damit Wurzeln schlagen.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Pflanzaktion an der Kita Bokel: Mit Elke Polzin (links) und Monika Eibach (rechts) freuen sich die Baumpaten (hinten von links) Reinhard Schacht, Reinhard Wagemann, Andreas Upmann-Dallmeyer, Hasan Akpinar, Kristina Meyer und Elke Krümmel sowie Anne Rodenbrock-Wesselmann, Frank Erber und Jan Kuznik.
Pflanzaktion an der Kita Bokel: Mit Elke Polzin (links) und Monika Eibach (rechts) freuen sich die Baumpaten (hinten von links) Reinhard Schacht, Reinhard Wagemann, Andreas Upmann-Dallmeyer, Hasan Akpinar, Kristina Meyer und Elke Krümmel sowie Anne Rodenbrock-Wesselmann, Frank Erber und Jan Kuznik. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Engagierte Bürger und die Kita Bokel wollen dafür sorgen, dass die jungen Bäume gut über den Sommer kommen – selbst wenn er wieder so trocken werden sollte wie die vergangenen. »Wir müssen richtig Gas geben und ganz, ganz viele Bäume pflanzen«, sagte Anne Rodenbrock-Wesselmann im Hinblick auf immer weniger Platz für große Bäume in der Innenstadt und immer mehr durch Neubauten versiegelte Fläche, aber auch mit Blick auf den Klimawandel. Die Bürgermeisterin sieht auch für die Privatgärten Handlungsbedarf. Die Stadt müsse Ideen entwickeln, um die Anlage von naturnahen Gärten zu fördern. »Vielleicht können wir so etwas unterstützen, wenn Bürger einen Antrag stellen«, überlegte sie im Gespräch mit Gärtnermeister Frank Erber. Die Verwaltung sei offen für alle Vorschläge.

Bundesweite Aktion

Zur Erinnerung: Bei der bundesweiten Pflanzaktion »Einheitsbuddeln«, die das Land Schleswig-Holstein als Gastgeber der Einheitsfeier 2019 ins Leben gerufen hat, sollen möglichst genauso viele Bäume neu gepflanzt werden wie Deutschland Einwohner hat. Damit soll ein aktives Zeichen gegen das Waldsterben und den Klimawandel gesetzt werden.

Die Stadt Halle hat Bäume gespendet – und Paten gesucht. Deren Aufgabe ist es, den Baum »vor ihrer Haustür« im Sommer zu wässern, bei Schäden und Veränderungen den Bauhof zu benachrichtigen und die direkte Umgebung von Müll und Unkraut zu befreien. Die fachgerechte Pflege und Schnittarbeiten übernimmt der Bauhof.

Klimabäume für die Stadt

Am Angerweg in Bokel kümmern sich die 44 Kinder aus Kita um eine etwa zehn Jahre alte Zerr-Eiche. Quercus cerris, so der botanische Name, stammt aus Südeuropa und gehört zu den »Klimabäumen«, die besser als heimische Buchen mit Trockenheit zurecht kommen. Die Zerr-Eiche liebt sonnige, warme Standorte und kann ebenso breit wie hoch werden: 20 bis 25 Meter. Als Baumpate kümmert sich Stefan Siemens künftig um eine Sommerlinde im Laibachpark. Eine Holländische Linde am Sportplatz Hesseln betreuen Elke Krümmel, Kristina Meyer und Ulrike Niemeier-Müller. In Kölkebeck haben Reinhard Schacht und Andreas Upmann-Dallmeyer ein Auge auf einen Amberbaum am Gemeindehaus. Hasan Akpinar hütet eine Hopfenbuche am Spielplatz Sieker Weg in Künsebeck. Und die Schutzhütten-Gemeinschaft von der Voßheide in Hörste bekommt wohl im Frühjahr ein oder zwei große Bäume, vermutlich Stieleichen. »Wir passen dort auf unser Storchennest auf«, hofft Reinhard Wagemann, dass sich ein Pärchen der fast 20 Jungstörche, die dort regelmäßig Station machen, dort zum Brüten niederlässt.

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