Ärger wegen Kreisverkehr an B68 – Kritiker beklagen gebrochene Zusagen der Stadt Halle Fachwerkhaus-Investoren sind sauer

Halle (WB). Diese Geschichte dreht sich um alte Häuser, hohe persönliche Investitionen und verloren gegangenes Vertrauen in Handeln und Planen der Stadtverwaltung.

Von Stefan Küppers
So sieht die neue Kreisverkehr-Planung aus. Das Haus links bliebe stehen, während die Investoren des Fachwerkhauses rechts mit dem Abriss und alten Zusagen der Stadt gerechnet hatten.
So sieht die neue Kreisverkehr-Planung aus. Das Haus links bliebe stehen, während die Investoren des Fachwerkhauses rechts mit dem Abriss und alten Zusagen der Stadt gerechnet hatten.

Es sind zwar nur wenige Meter, die der geplante Kreisverkehr an der Langen Straße/Aufmündung Martin-Luther-Straße in den jüngsten Vorstellungen der Bauverwaltung und der durch sie beauftragten Büros verschoben worden ist. Doch zwei Hausbesitzer sind über die unerwartete Veränderung richtig verärgert. Und ein dritter Beteiligter wirkt ratlos.

Sehr viel Geld in Sanierung investiert

Jochen und Andreas Kotthaus sind Brüder, die viel Geld in die Sanierung und die Wiederherstellung eines großen Fachwerkhauses an der Langen Str. 63 in den Jahren 2015 und 2016 investiert haben. »Für das Geld, das wir in Sanierung und Umbau investiert haben, hätten wir auch zwei neue Häuser bauen können«, sagt Jochen Kotthaus. Sein Bruder Andreas sagt, dass das Objekt mutmaßlich zu den ersten 50 Häusern in Halle gehört hat. Als die Brüder bei dem Haus, das nicht unter Denkmalschutz stand, den Putz abschlugen, entdeckten sie das Fachwerk und entschlossen sich, diesem Haus seine ortsbildprägende Bedeutung wiederzugeben. Die IG Lange Straße hat das Engagement jüngst ausdrücklich gewürdigt.

Warum die Kotthaus-Brüder jetzt so enttäuscht sind? Es sei seinerzeit in Gesprächen mit der Stadt immer klar gewesen, dass das benachbarte Haus Nr. 61 (alte Schlachterei Rieke) wegen des schon damals geplanten Kreisverkehres abgerissen wird. So sollte das Fachwerkhaus zur Wirkung kommen. Sonst hätten sie den Aufwand auch nicht betrieben, betonen beide. Es sei vom Rathaus sogar ein entsprechender Plan gezeigt worden. »Der freie Blick aufs Fachwerkhaus, war auch der Stadt wichtig«, sagt Jochen Kotthaus.

»Was nützen Zusagen der Stadt, wenn sie nicht eingehalten werden.«

Was nun zum Umplanen geführt hat, können die Brüder nur schwer nachvollziehen. Zwar seien vor dem Haus sogenannte »Stolpersteine« verlegt worden, die an das Schicksal der dort einst lebenden jüdischen Familie Isenberg erinnern. Doch das Haus selbst habe mit dem damaligen der Familie Isenberg seit einer Entkernung in den 80er Jahren nichts mehr zu tun. Die dahinter liegende Schlachterei stamme aus den 60ern. Und es gebe ja auch den Isenberg-Platz.

Auch der jetzige Besitzer von Lange Str. 61 hatte mit dem Kreisel und dem Aufkauf durch die Stadt gerechnet. Allerdings sei über ein von ihm beabsichtigtes Tauschgeschäft keine Einigkeit erzielt worden, sagt er. Die Kotthaus-Brüder jedenfalls sind enttäuscht: »Was nützen Zusagen der Stadt, wenn sie nicht eingehalten werden.«

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