Direktorin stellt Konzept für Oberstufe vor – Kooperation mit KGH bei Leistungskursen Gesamtschule will Sport-Abitur anbieten

Halle (WB/SKü). An der Gesamtschule Halle soll in Kooperation mit dem Kreisgymnasium zukünftig ein Sport-Abitur angeboten werden. Das zumindest ist die Absicht von Gesamtschul-Direktorin Almuth Burkhardt-Bader, die ihr Konzept für die im nächsten Jahr planmäßig anlaufende Oberstufe der Politik vorgestellt hat.

Von Stefan Küppers
Blick auf die Gesamtschule Halle, die nunmehr alleine im vormaligen Schulzentrum Masch untergebracht. In den kommenden drei Jahren soll hier eine möglichst attraktive Oberstufe aufwachsen. Dazu wird auf eine Kooperation mit dem KGH gesetzt.
Blick auf die Gesamtschule Halle, die nunmehr alleine im vormaligen Schulzentrum Masch untergebracht. In den kommenden drei Jahren soll hier eine möglichst attraktive Oberstufe aufwachsen. Dazu wird auf eine Kooperation mit dem KGH gesetzt. Foto: Ulrich Fälker

Die Sitzung des Haller Schulausschusses war mit einiger Spannung erwartet worden, weswegen das Zuhörerinteresse vom Besuch her deutlich größer als bei normalen Sitzungen war. Ein Konzept für die dreijährige Oberstufe, die planmäßig im Sommer nächsten Jahres mit dem ersten Jahrgang starten soll, war schon seit mehr als einem Jahr von der Politik eingefordert worden.

Hälfte der Gesamtschüler könnte in Oberstufe wechseln

Was Almuth Burkhardt-Bader in der knapp einen Stunde lieferte, die die Ausschussvorsitzende Renate Bölling (SPD) für diesen Tagesordnungspunkt einräumte, war zunächst ein ausführlicher allgemeiner Blick auf die Abläufe in der Oberstufe. Wie viele Schüler diese letztendlich im ersten Jahrgang besuchen werden, ist noch unklar. Aber nach Darstellung der Direktorin ist nach jetztigem Leistungsstand damit zu rechnen, dass mehr als die Hälfte der aktuellen Zehntklässler den Qualifikations-Vermerk als Eintrittskarte für die Oberstufe erlangen könnten. Und das, obwohl viele dieser Schüler nur mit einer Haupt- oder Realschulempfehlung an die Gesamtschule gekommen seien, wie Burkhardt-Bader betonte. Viele Schüler hätten sich sehr gut entwickelt, was in der späteren Diskussion Michael Koch (UWG) und Jörg Witteborg (SPD, jüngst pensionierter Gesamtschuldirektor) lobend würdigten.

Kommentar

Dass eine dritte Oberstufe in Halle entstehen würde, war der zentrale Kritikpunkt bei der damaligen Klage gegen die Gründung der Gesamtschule. 2020 ist es soweit: Das Abenteuer Oberstufe kann beginnen. Abenteuer deshalb, weil es bei einer strukturell geringen Schülerzahl kaum Vielfalt bei Leistungskursen geben kann. Da braucht es schon dauerhaft überraschend hohe Übergangsquoten in die Oberstufe, um bei attraktiver Konkurrenz anderer Sek-II-Schulen nicht unterzugehen. Ohne Kooperation mit dem KGH sähe es wohl mager aus. Was nun auf dem Tisch liegt, ist zunächst mal ein großer Wunschzettel der Gesamtschule. Ob sich die anspruchsvollen Voraussetzungen zum Beispiel an einen Sport-Leistungskurs überhaupt umsetzen lassen, ist völlig unklar. Da bedarf es wohl noch einiger harter Klimmzüge.

Stefan Küppers

Je mehr Schüler in die Oberstufe, um so vielfältiger kann eine Schule die wichtigen Leistungskurse anbieten. Bei einer Übergangsquote von mehr als 50 Prozent aus dem aktuellen Jahrgang wäre wohl mit etwa 60 Schülern zu rechnen. Mit wie vielen und welchen Leistungskursen unter solchen Bedingungen bei einem alleinigen Vorgehen zu rechnen wäre, sagte Burkhardt-Bader nicht. Stattdessen richtete sie den Blick auf eine angestrebte Kooperation mit dem Kreisgymnasium. Mit dessen Direktor Markus Spindler habe sie erst in dieser Woche wieder gesprochen, zeigte sie sich hoffnungsfroh über getroffene Kooperations-Verabredungen. Gleichwohl waren weder Spindler noch ein anderer KGH-Vertreter zur Schulausschusssitzung eingeladen worden. Spindler war am Freitag nicht erreichbar.

Kooperation mit dem KGH in Sport und Pädagogik angedacht

Den Ausführungen der Gesamtschul-Direktorin zufolge soll eine Kooperation nunmehr insbesondere in den Fächern Sport und Pädagogik angestrebt werden. Wegen der zwei vorhandenen Hallen und der im Bau befindlichen neuen Sportanlage am Schulzentrum Masch (der neue Sportplatz mit modernen leichtathletischen Anlagen soll im Frühjahr 2020 fertig werden) setzt Burkhardt-Bader sogar darauf, einen Sport-Leistungskurs als zweites Abiturfach anbieten zu können. »Wir haben dafür Top-Bedingungen. Und das wäre ein wirklich zusätzliches Angebot für die Haller Schülerschaft«, sagte die Direktorin. Gleichzeitig schränkte sie ein, dass der Antrag auf Sport-Leistungskurs erst bei der Bezirksregierung eingereicht sei. Mit Blick auf einen gemeinsamen Leistungskurs Pädagogik meinte sie: »Den könnte ich an der Gesamtschule alleine nicht anbieten.«

Für eine funktionierende Kooperation müssten die bisher unterschiedlichen Schulanfangszeiten (7.30 Uhr KGH, 8.15 Uhr Gesamtschule) aufeinander abgestimmt werden. Wie zu hören ist, soll bei einem abgestimmte Busangebot der Schulbeginn künftig für beide bei 7.50 Uhr liegen.

Auf Nachfrage von Elke Rosenthal (CDU) betonte Burkhardt-Bader, dass der Gesetzgeber Gymnasiasten und Gesamtschüler in der Oberstufe auf dem gleichen Stand sehe. Man müsse vielleicht hier und da nacharbeiten, aber eine Kooperation sei möglich. Ihren Q-Vermerk würden sich die Gesamtschüler hart erarbeiten.

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