Landwirtschaftlicher Ortsverein Halle-Amshausen feiert Erntedankfest
Volle Regale nicht selbstverständlich

Halle (WB). »Ich habe schon überlegt, dieselbe Rede wie im Vorjahr auszupacken, denn wieder hatten wir mit Trockenheit und Hitze zu kämpfen«, scherzte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Halle-Amshausen, Burkhard Stüssel, als er am Sonntagnachmittag die zahlreich erschienen Gäste im großen Saal des Landhotels Jäckel zum Erntedankfest begrüßte.

Dienstag, 08.10.2019, 06:15 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 06:20 Uhr
Musik zum Erntedankfest: Der Landfrauenchor hatte Lieder wie beispielsweise »Mein kleiner grüner Kaktus« oder »Aux Champs-Elysées« im Gepäck. Foto: Malte Krammenschneider

Wie Stüssel betonte, hätten die teils widrigen Bedingungen die lokalen Landwirte jedoch nicht daran gehindert, eine relativ gute Ernte einzufahren. »Wir haben dicke Kartoffeln und volle Getreidespeicher. Ein Grund zum Feiern«, sagte Burkhard Stüssel, der kurz darauf das Wort an Gerhard Kattenstroth, Gütersloher Landwirt und Vorsitzender des Betriebshilfedienstes der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), übergab.

Die große Masse der Produkte wird doch inzwischen anonym an die Industrie und ihre Fleischfabriken geliefert. Die Folge ist ein erbarmungsloser Preiskampf.

Gerhard Kattenstroth, Gütersloher Landwirt

Dieser machte den Zuhörern deutlich, dass es nicht selbstverständlich sei, dass unsere Regale in den Supermärkten immer prall gefüllt seien. »Das ist in vielen Ländern der Erde nicht so. Wir müssen die Wertschätzung für Nahrungsmittel wiederherstellen«, erklärte Kattenstroth, der darüber hinaus beklagte, dass die Globalisierung des Welthandels nicht die Interessen der bäuerlichen Landwirtschaft vertreten würde. »Die große Masse der Produkte wird doch inzwischen anonym an die Industrie und ihre Fleischfabriken geliefert. Die Folge ist ein erbarmungsloser Preiskampf, weshalb wir gemeinsam mit Schwellenländern Konzepte entwickeln müssen, die Preise absichern«, sagte Gerhard Kattenstroth, der zudem fehlende Impulse aus der Politik beklagte.

Natur ist keine Maschine

Pastorin Karin sprach in ihrer kurzen Andacht wenig später davon, dass die Natur keine Maschine sei und man der Schöpfung dankbar sein solle, bevor Ulrich Schulte zwei lustige Geschichten auf Hoch- und Plattdeutsch vorlas.

Aufgelockert wurde das Programm darüber hinaus vom Landfrauenchor unter der Leitung von Peter Ewers, und die Theatergruppe inszenierte ein Laienspiel, das ebenfalls für einige Lacher bei den gut gelaunten Gästen sorgte.

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