Gary Mullen und »The Works« lassen Kultband Queen wieder aufleben
»A Kind Of Magic«

Halle (WB/jog). Bereits zum 6. Mal gastiert Freddie-Mercury-Darsteller Gary Mullen mit seiner Band im Gerry Weber Event Center und reißt die 1.350 Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. »Ausruhen könnt ihr, wenn ihr tot seid«, ruft er ins Publikum, jetzt sei die Zeit, den Hintern hoch zu kriegen zum Rocken und Rollen und Party machen.

Donnerstag, 03.10.2019, 18:19 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 18:22 Uhr
In Stil, Gestik, Bühnenoutfit und nicht zuletzt durch seine markante Stimme scheint Gary Mullen mit seinem Idol Freddie Mercury zu verschmelzen. Mit seiner Queen Cover Band »The Works« begeisterte er das Haller Publikum. Foto: Johannes Gerhards

Wie ein Wirbelwind fegt Mullen ganz im Stil seines großen Vorbildes über die Bühne, er kopiert Gesten und Gesangsstil und scheint mit dem 1991 gestorbenen Superstar buchstäblich zu verschmelzen. Seit er im Jahre 2000 als Freddie Mercury den britischen Talentwettbewerb »Stars in their Eyes« gewinnen konnte, tourt er mit den Songs der Kultband rund um die Welt.

Auch seine Mitmusiker sind was den Sound angeht sehr nah dran am Original. So verwundert es nicht, dass Queen-Gitarrist Brian May das Projekt unterstützt und lobend als »...more than a likeness« - also mehr als ähnlich - adelt. Ohne die Zustimmung seiner Idole würde Gary Mullen seinen Job sofort an den Nagel hängen. Dabei bleibt er ein Star zum Anfassen und lässt sich bereitwillig von einigen Besuchern abklatschen.

»Steck deine Kamera weg und genieße die Show«, fordert er nicht nur einmal.

»Steck deine Kamera weg und genieße die Show«, fordert er nicht nur einmal.

»Steck deine Kamera weg und genieße die Show«

Nur das ständige Filmen und Fotografieren scheint ihn etwas zu nerven. »Steck deine Kamera weg und genieße die Show«, fordert er nicht nur einmal. Zum Tanzen bieten die engen Stuhlreihen nicht genügend Platz, aber bereits nach den ersten Stücken erheben sich die Zuhörer von ihren Sitzen. Immer wieder lässt sich der sympathische Schotte auf Wechselgesänge und Frage-Antwort-Spielchen ein. Er hält sich nicht mit Lob zurück, wenn einige seiner anspruchsvollen Gesangsphrasen von Publikum zumindest ansatzweise bewältigt werden.

Nach »Don’t stop me now«, »Killer Queen« und »Under pressure« entledigt sich Mullen auch des letzten störenden T-Shirts und absolviert die Show von da an mit freiem Oberkörper. Nach der Pause wird das rockige und lichttechnisch überzeugende Feuerwerk fortgesetzt. Wiederholt bekommt Gitarrist David Brocket ausgiebig Gelegenheit zu ausufernden und kraftvollen Soli, die es durchaus mit denen von Brian May aufnehmen können. Auch Bassist Billy Moffat, Schlagzeuger John Halliwell und Malcolm Gentles an den Keyboards überzeugen mit routiniertem Zusammenspiel und originalgetreuem Klang.

Mullen zeigt, dass er ein ganz passabler Rock’n Roller ist.

Mullen zeigt, dass er ein ganz passabler Rock’n Roller ist.

Motivation durch Kinofilm

Obwohl die Choralpassagen von »Bohemian Rhapsody« wie seinerzeit bei Queen nur vom Band kommen, wird deutlich, dass der gleichnamige Film, der in diesem Sommer in den Kinos lief, wohl etliche neue Fans zum Konzertbesuch motiviert haben dürfte. Bei »Crazy Little Thing Called Love« greift Gary Mullen eigenhändig zur Gitarre und zeigt, dass er auch als Instrumentalist ein ganz passabler Rock’n Roller ist.

Der Zugabenblock wird mit »Radio Gaga« eingeleitet. Mit dieser Hymne haben Queen 1984 den Übergang vom Radio- ins Videozeitalter musikalisch thematisiert und beklagt, dass kaum noch jemand seine Ohren zum Musikhören benutze, weil das Visuelle immer mehr Überhand nehme. Heute drängt die inzwischen grassierende Smartphone-Mania bei einigen das Liveerlebnis offenbar zunehmend in den Hintergrund.

Gehüllt in eine Deutschlandfahne verabschiedet sich Gary Mullen mit »We will rock you« und natürlich »We are the Champions« von den begeistert mitklatschenden Zuhörern. Die obligatorische englische Nationalhymne beendet seinen sechsten Auftritt in Halle. Es wird nicht der letzte gewesen sein, denn der Zuschauertrend weist gegenüber vergangenen Konzerten in Halle deutlich nach oben.

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