Actosoft geht mit 50 Mitarbeitern nach Halle – Hof Overbeck steht noch zum Verkauf
Abschied aus Werther folgt Neustart

Werther/Halle (WB). Der Kraftakt ist gemeistert: Das Software-Unternehmen Actosoft, das seit seiner Gründung vor 20 Jahren in Werther ansässig war, hat den Umzug nach Halle-Künsebeck so gut wie abgeschlossen. Kommende Woche wird die moderne »Act'ory« unweit der Autobahnauffahrt offiziell eingeweiht.

Donnerstag, 03.10.2019, 07:47 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 07:50 Uhr
Eine runde Sache: Die Wand-Fenster sind eine Idee von Chef Christian Malachowski, viele andere Dinge gehen auf Anregungen aus der Belegschaft zurück. Die Besprechungsräume etwa sind deshalb nach den Clans aus »Game of Thrones« benannt. Foto: Margit Brand

Bereits im Sommer wurde der Standortwechsel nach Halle vollzogen – nachdem Geschäftsführer Christian Malachowski die Visionen für eine Firmenzukunft im herunter gekommenen Hof Overbeck am Ortseingang von Werther Anfang des Jahres begraben hatte. »Schweren Herzens«, wie er noch einmal betont. Doch am Ende sei es darum gegangen, zügig ein neues Gebäude bezugsfertig zu machen, nachdem die Kündigung im H.W.-Meyer-Komplex drohte. Bekanntlich soll hier ja unter anderem ein neuer Aldi entstehen.

Während die alten Räume an der Engerstraße inzwischen längst leer stehen, blieb noch ein wichtiges Element in Werther zurück: der alte Hof an der Ecke Bielefelder Straße/Teutoburger-Wald-Weg, den Actosoft aber nun so schnell wie möglich weiter veräußern möchte. »Als gebürtiger Wertheraner sehe ich mich in der Pflicht, eine gute Lösung zu finden. Es gibt verschiedene Interessenten, und ich bin optimistisch, dass es nun zeitnah zu einer Entscheidung kommt«, sagt Mala­chowski.

Der Innenausbau der einstigen Druckerei Brune hinter der neuen Jet-Tankstelle an der B68 nach den ganz eigenen Ideen und Vorstellungen der Mitarbeiter mag dem Geschäftsführer eine Ahnung gegeben haben, was beim Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes zu leisten gewesen wäre. Schon jetzt sei das ein gewaltiger Kraftakt gewesen, räumt Mala­chowski ein, zumal bewusst kein Innenarchitekt involviert gewesen sei. »Unsere Mitarbeiter konnten sich freiwillig für Teams melden und sich ganz nach persönlichen Vorlieben einbringen. Das bedeutete Mehrarbeit, aber es gab kein Murren«, berichtet er nicht ohne Stolz.

So ist die Gestaltung der neuen Küche in der »Act’oase« das Werk von Hobbyköchen aus verschiedensten Abteilungen. Hier können Mahlzeiten nicht nur in der Mikrowelle, sondern auch am Herd zubereiten werden. Dem »Esszimmer« schließt sich eine Wohnlandschaft mit Sofa und Fernseher an. Dahinter gibt es Kaffeehaus-Atmosphäre, gleich daneben steht ein großer Kicker. Ganz neu sind die Fitness-Geräte, die einem professionellen Studio alle Ehre machen. Das sieht nach Freizeit aus – und ist auch so gedacht.

Das Chef-Zitat »... damit Arbeit nicht der blöde Teil des Lebens ist«, das im Flur zu lesen ist, stand Pate. »Arbeit schleicht sich immer mehr in unser Leben ein. Wir möchten, dass dies keine Einbahnstraße bleibt«, sagt Christian Malachowski, der seinen 50 Mitarbeitern in Künsebeck gern das entsprechende Vertrauen entgegen bringt. Er ist überzeugt: Wer sich zwischendurch im Power-Napping-Raum lang macht, liegt noch lange nicht auf der faulen Haut. Und wer sich an der Rudermaschine auspo­wert, legt sich hinterher vorm Bildschirm umso produktiver in die Riemen.

Wobei der klassische Schreibtisch hinter schallgedämmten mobilen Wänden im Großraumbüro eigentlich nur ein Teil des Arbeitsplatzes ist. Rückzugsmöglichkeiten für Team-Besprechungen gehören in der »Act’ory« ebenso dazu wie Räume zum Netzwerken – da kommen dann wieder die Café-Tische in der »Act’oase« ins Spiel. Und über allem steht die Firmenphilosophie »Act-4-Brand«, das Handeln für die Marke. Als Software-Dienstleister unterstützt das Unternehmen hier vor allem die Textil-Branche, hat neuerdings aber auch Lifestyle-Unternehmen im Blick.

Cloud-basierte Anwendungen nehmen dabei zunehmend (virtuellen) Raum ein: Früher musste es ein Ausdruck sein, dann genügte es zu wissen, dass Wichtiges auf der Festplatte gespeichert war. Nun verlagert sich die Datenspeicherung und damit ihre flexible Verfügbarkeit zunehmend in die Cloud. Was zeigt: Mögen die letzten Handwerker im Gebäude auch bald fertig sein: Am Geschäftsfeld wird entsprechend den Anforderungen des Marktes immer weiter geschraubt.

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