Valmiera in Lettland und Halle wollen Partnerschaft mit privaten Kontakten vertiefen
Ein aufblühendes Städtchen

Halle/Valmiera(WB/kg). Die Stadt Halle will neue Wege gehen, um die Städtepartnerschaft mit Valmiera in Lettland auf ein breiteres Fundament zu stellen. Über die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Institutionen sollen über die Grenzen hinweg neben offiziellen auch mehr private Kontakte entstehen.

Samstag, 07.09.2019, 06:00 Uhr

Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann hat sich deshalb beim jüngsten Besuch in Valmiera vom ehemaligen Fachbereichsleiter Christian Loest vertreten lassen, der sich für den Aufbau von weiteren Kontakten engagieren will. Im Auftrag der Stadt unterwegs waren außerdem der Leiter des städtischen Jugendzentrums, Marcus Rauch, der frühere Westfalen-Blatt-Redakteur Klaus-Peter Schillig, die Leiterin der Kunstsparte der Musikschule Halle, Klaudia Defort-Meya. Auch die CDU-Ratsmitglieder Elke Rosenthal und Axel Reimers sowie Dagmar Pahmeyer, die sich als Presbyterin der evangelischen Kirchengemeinde engagiert, führten vor Ort viele Gespräche.

Positive Signale

Die siebenköpfige Gruppe gehörte zur Delegation des Kreises Gütersloh, die von Landrat Sven-Georg Adenauer angeführt wurde und für fünf Tage die Partner im ehemaligen Kreis Valmiera besuchte. Die Haller sind durchaus mit positiven Signalen zurückgekommen. Dagmar Pahmeyer hat mit Pfarrer Edijs Kalekaurs und Gemeinderatsmitglied Eva Roberta schon Möglichkeiten des Austausches diskutiert.

Vor allem die Jugend soll im Mittelpunkt stehen. Janis Baiks und sein Stellvertreter Ricards Gailums haben deshalb spontan noch zwei gesonderte Programmpunkte organisiert. Marcus Rauch bekam die Chance, das Jugendzentrum zu besuchen. Die Arbeit dort hat einen anderen Charakter als in Halle. Neben dem Besuch in der Musikschule Valmiera – einer der besten in Lettland – bekam Klaudia Defort-Meya kurzfristig die Möglichkeit, mit ihrer lettischen Kollegin über ein konkretes Kinderprojekt zu sprechen.

Gymnasium neu eingeweiht

Bürgermeister Janis Baiks, der die Haller einen Tag »für sich« hatte, zeigte nicht nur große wirtschaftlichen Erfolge auf, sondern ließ seine Gäste auch miterleben, welchen Stellenwert der Einschulungstag in Lettland hat. Am Gymnasium, das nach mehrjähriger Umbauzeit wieder in das noch aus der Sowjetzeit stammende Gebäude zurückgezogen ist, wurde die Nationalhymne gesungen und die Lehrer bekamen Blumen. Direktorin Agita Zaripa wurde von einem Oberstufenschüler sogar zum Tanz aufgefordert, wozu die schuleigene Rockband spielte.

Schüler und Lehrer arbeiten zukünftig auf höchstem technischem Niveau. Jeder Klassenraum ist mit Touchscreen-Boards ausgestattet. Geld hat die Stadt Valmiera auch in die Hand genommen, um eine Industriebrache zu kaufen und aufzuwerten. Die frühere Fleischwarenfabrik, vor Jahren schon in Konkurs gegangen, umfasst mit angrenzendem Areal gut 17 Hektar. Einige Gebäude sind noch nutzbar, die ältesten von 1926 sollen als Denkmal erhalten und genutzt werden, der Rest wird abgerissen. »Wir wollen hier in erster Linie vermieten und verpachten«, spricht Janis Baiks vor allem kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe an.

Magnet für das Umland

An Arbeitskräften gibt es wohl keinen Mangel. Valmiera ist als größte Stadt in der Region Vidzeme ein Magnet fürs Umland. 150 neue Wohnungen hat die Stadt gebaut, weitere 300 sind in Planung.

Fester Punkt im Programm ist immer ein Besuch in der von einer kirchlichen Organisation getragenen und ehrenamtlich betriebenen Suppenküche. Sie wird seit Jahren von Halle aus unterstützt, Vize-Bürgermeister Dieter Baars organisiert dazu Päckchenaktion und Spendensammlung. Die Pakete sind schon vor Weihnachten eingetroffen, die Geldspende von gut 1000 Euro und Geschenke übergaben stellvertretend die Ratsmitglieder Elke Rosenthal und Axel Reimers.

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