Historische Modell-Segelflieger schweben über Hörstes Wiesen und Felder
Ausgeklinkt bei 400 Metern

Halle-Hörste (WB). Auf den Spuren Otto Lilienthals und den ersten bedeutenden Flugobjekten in Deutschland sind mehr als 15 Hobby-Modell-Segelflieger aus ganz Deutschland gewandelt. Eingeladen hatte die Modellfluggruppe Halle auf ihren Flugplatz in Hörste, wo sich ein historisches Flugzeug neben dem anderen aufreihte. Für Fans und Liebhaber ein echter Augenschmaus.

Montag, 02.09.2019, 09:19 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 09:58 Uhr
Die Landung der Flieger ist eine heikle Situation, welche erfahrene Piloten aber ohne Probleme meistern. Foto: Malte Krammenschneider

»Wir sehen insgesamt 20 Segelflugmodelle, die allesamt in mühevoller Handarbeit gebaut wurden. Unter 300 Stunden Arbeitszeit geht da nichts. In Manchen Flugzeugen stecken bis zu 1000 Stunden«, sagt Manfred Neuhaus vom gastgebenden Verein am Samstagvormittag und deutet auf sein eigenes Flugzeug. Hierbei handelt es sich um den sogenannten »Luftikus«, einem Segelflieger aus den frühen 1920er Jahren, konstruiert aus extra leichtem Pappel- und Birkenspanholz. »Das tüfteln macht schon großen Spaß und es freut einen zu sehen, wenn der Flieger dann in der Luft ist«, sagt Neuhaus.

Christian Scholz zeigt seinen selbst gebauten Segelflieger »German Baby 2B«.

Christian Scholz zeigt seinen selbst gebauten Segelflieger »German Baby 2B«. Foto: Malte Krammenschneider

Neben seiner »Luftikus« sind mit der »Bucker«, dem »Sperber Junior« oder dem »Stehaufchen« allerdings auch weitere Segelflieger mit dabei, die sich in ihrer Form teils deutlich voneinander unterscheiden. »Es wurde damals viel experimentiert«, erklärt Manfred Neuhaus, der auf dem Modellflugplatz am Wochenende wieder viele auswärtige Gäste begrüßen kann. Darunter Männer aus Kiel, Frankfurt, Rendsburg oder Peine. Aus letzterer Stadt ist Christian Scholz angereist, der es laut eigener Aussage jedes Mal aufs Neue genießt, sein »German Baby 2B« (Maßstab 1:2,5 , 5,45 Meter Flügelspannweite«) fliegen zu lassen. »Dafür fahre ich auch gerne Mal ein paar Kilometer«, so Scholz.

Schlepper

Da sein Segelflieger allerdings über keinen Motor verfügt, bedarf es an diesem Tag der tatkräftigen Unterstützung eines motorisierten Schleppers, der die Holzflugzeuge mit Hilfe einer Seiles nacheinander in die Höhe befördert. Auf einer Höhe von etwa 400 Metern wird der Segelflieger dann ausgeklinkt. Ein Moment, in dem die Piloten am Boden die Steuerung des mit einer technischen Steuerung versehenen Segelfliegers übernehmen. »Dann beginnt der Thermikflug. Ich bin neulich sogar zusammen mit 2 Störchen in einem Aufwind geflogen«, erzählt derweil Hobbyflieger Achim Kleinegees aus Detmold, der während des Fluges per Variometer über Flughöhe sowie Steig- und Sink-Geschwindigkeit informiert wird.

Die Piloten genießen am diesem heißen Samstag das schöne Wetter, die klare Sicht und auch die gekonnten Landungen nach den etwa 10 Minuten dauernden Segelflügen können sich sehen lassen. »Das sind schon gute Bedingungen. Mit Wolken haben wir aber auch kein Problem«, sagt Manfred Neuhaus.

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