Große Veränderungen in drei Geschäften an der unteren Bahnhofstraße
Nach Friseur weitere Neumieter gesucht

Halle (WB). In der Geschäftswelt der unteren Bahnhofstraße stehen große Veränderungen bevor. Während in die ehemalige Buchhandlung Bunselmeyer ein Friseur einzieht, suchen die Vermieter der bisherigen Gerry-Weber-Filiale als auch des Café Baier neue Nutzer für ihre Geschäftsräume.

Mittwoch, 07.08.2019, 05:00 Uhr
Der türkische Friseur Hasan Yildiz hat die Räume der ehemaligen Buchhandlung Bunselmeyer an der Bahnhofstraße angemietet und wird sein neues Frisurgeschäft für Herren und Damen am kommenden Samstag eröffnen. Foto: Malte Krammenschneider

Haare statt Bücher

»Es war immer mein Traum, einmal einen großen Friseur-Laden zu haben. Toll, das es jetzt geklappt hat«, freut sich Hasan Yildiz. Zuletzt schwang der 42-jährige noch in seinem 67 Quadratmeter kleinen Geschäft an der Goebenstraße sehr erfolgreich Kamm und Schere, doch nun wird expandiert. »Die neuen Räume bieten 136 Quadratmeter. Den Kunden wird es bestimmt gefallen«, sagt Yildiz, der mit seinem Umzug den mittlerweile dreijährigen Leerstand der ehemaligen Buchhandlung in zentraler Lage beendet.

Damit der neue Friseur-Salon nun am kommenden Samstag um 15 Uhr feierlich eröffnet werden kann, wird aktuell fleißig gewerkelt, gesägt, und geschraubt. »Seit Anfang Juli sind wir dabei, die Räume umzugestalten«, sagt der sympathische Türke, der ursprünglich aus der Schwarzmeerprovinz Düzce stammt und in Istanbul aufgewachsen ist. In der Metropole am Bosporus erlernte Yildiz auch sein Handwerk als Friseur und Barbier, was ihm dabei helfen sollte, nach der Auswanderung 2001 in Deutschland Fuß zu fassen.

Zunächst arbeitete er jahrelang in einem Bielefelder Friseur-Salon, doch als sich ihm 2010 die Gelegenheit bot, machte er sich mit einem eigenen Geschäft in Halle selbstständig. Seither haben seinen Salon immer mehr Bürger besucht. Seine lockere und unterhaltsame Art, aber auch seine handwerklichen Fähigkeiten scheinen bei der multikulturellen Kundschaft hervorragend anzukommen, was nicht zuletzt ein großer Stammkundenkreis belegt. »Es macht mir großen Spaß mit den Leuten zu sprechen und verschiedene Kulturen kennenzulernen«, sagt Yildiz, der mittlerweile mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern in Künsebeck wohnt und Fußball bei der SG Hesseln spielt.

In seinem Geschäft möchte er übrigens neben den üblichen Serviceleistungen auch weiterhin seine bekannte Fadentechnik zu Entfernung von Gesichtshaaren anbieten. Zukünftig sollen aber auch auch verstärkt Frauen angesprochen werden. »Dafür ist nun ein Damen-Friseur mit dabei«, sagt Yildiz laut dem zusätzlich noch zwei weitere Angestellte im Salon arbeiten werden. Geöffnet hat er Dienstag bis Freitag von 9 Uhr bis 18.30 Uhr und Samstag von 8 Uhr bis 15 Uhr.

»Ich hatte viele Anfragen für das Geschäft. Unter anderem auch von Fielmann. Doch ihnen waren die Räumlichkeiten etwas zu klein«, berichtet Vermieter Volker Bunselmeyer. »Herr Yildiz hat dann ein überzeugendes Konzept vorgelegt und es gab einige Fürsprecher. Ich habe dabei ein gutes Gefühl«, sagt Bunselmeyer, der sich nach eigenen Angaben bewusst Zeit gelassen hat, um eine sinnvolle Nachfolge-Nutzung zu finden.

Café Baier will raus

Nachdem in Steinhagen die Bäckerei Baier verkauft worden ist, sollen auch in Halle in absehbarer Zeit die Zelte abgebrochen werden. Wie die Vermieterin des Cafés an der Bahnhofstraße 33, Brigitte Schmidt, dieser Zeitung bestätigte, will Baier bereits zum Jahresende in Halle Schluss machen. Der Mietvertrag laufe allerdings noch bis Ende nächsten Jahres, informiert die Verpächterin. Gleichwohl überlege sie aber schon jetzt, welche Mieter für die 175 Quadratmeter großen Geschäftsräume in Frage kommen. Spruchreif sei aber noch gar nichts, sagte sie.

Nachfolge für Gery Weber

Diese Aussage gilt auch für das nächste große Objekt an der Bahnhofstraße, nämlich die 220 Quadratmeter große Gerry-Weber-Filiale. Im Zuge der Insolvenz in Eigenverwaltung hat der Modekonzern seine älteste Filiale am Stammsitz Halle nach 40 Jahren Mietverhältnis zu Ende September gekündigt. Die Vermieter Ralf und Elke Diekhaus, die noch vor zwei Jahren erheblich in die Schaufenster investiert hatten, bestätigten am Dienstag, dass sie sich mittlerweile in aussichtsreichen Gesprächen mit einem potenziellen Neumieter befänden. Doch es werde wohl noch eine Weile dauern, bis man hier etwas offiziell sagen könne, hieß es. Die vielen kursierenden Gerüchte seien falsch, sagte Ralf Diekhaus.

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