Altaktionäre gehen leer aus – Logistikzentrum soll verkauft werden
Finanzinvestoren übernehmen Gerry Weber

Halle (WB). Zwei Finanzinvestoren übernehmen den insolventen Haller Modekonzern Gerry Weber. Die Gründerfamilien Weber und Hardieck sind außen vor – und sollen wie alle anderen Altaktionäre leer ausgehen.

Dienstag, 16.07.2019, 21:54 Uhr aktualisiert: 16.07.2019, 21:56 Uhr
Der Schriftzug des Konzerns an einer Filiale. Foto: dpa

Der englisch-deutsche Investor Robus Capital und der US-Hedgefonds Whitebox Advisors setzten sich am späten Montagabend gegen zwei weitere Bieter durch. Von den beiden Investoren verwaltete Fonds sollen bis zu 49,2 Millionen Euro für die Sanierung des mit fast 300 Millionen Euro verschuldeten Damenmodekonzerns zur Verfügung stellen.

Voraussetzung: Gläubiger verzichten auf einen Teil

Voraussetzung ist, dass die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Einem entsprechenden Insolvenzplan sollen sie noch in diesem Quartal zustimmen. Der Generalbevollmächtigte Christian Gerloff stellte den Gläubigern in Aussicht, einen »deutlich zweistelligen« Prozentsatz ihrer Forderungen zu erhalten. Dazu soll auch der Verkauf des Ende 2015 eingeweihten, für 90 Millionen Euro erbauten Logistikzentrums im Gewerbegebiet Ravenna-Park an der A 33 beitragen.

Alte Aktien sollen wertlos und eingezogen werden

Im Insolvenzverfahren sollen alle alten Aktien wertlos und eingezogen werden. Neue Aktien würden zunächst komplett an die beiden Investoren als Haupteigentümer ausgegeben. Gläubiger, die ihre Forderungen in Anleihen umwandeln, könnten später ebenfalls Aktionäre werden. Der Konzern solle an der Börse bleiben, betonte Robus-Geschäftsführer Benjamin Noisser.

Gerry-Weber-Vorstandschef Johannes Ehling sprach von »einer hervorragenden Perspektive für die Zukunft«. Die Vereinbarung schaffe Klarheit und Sicherheit für Kunden, Geschäftspartner und Belegschaft. Die Investoren unterstützten das großteils schon umgesetzte Sanierungskonzept. Es sieht unter ande­rem Schließung von 146 der 450 Filialen und den Abbau von 445 Vollzeitstellen in Deutschland vor. Robus hatte zudem die Mehrheit an der Tochterfirma Hallhuber übernommen.

Einen Leitartikel zum Thema lesen Sie hier.

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