Handel will Klarheit bis zur Messe CPD – Hallhuber baut eigene Logistik auf Gerry Weber unter Zugzwang

Halle  (WB). Beim Haller Modekonzern Gerry Weber AG sind die Verhandlungen mit Investoren auf der Zielgeraden angekommen.

Von Oliver Horst
Der hochverschuldete Modekonzern Gerry Weber steht unter Druck.
Der hochverschuldete Modekonzern Gerry Weber steht unter Druck. Foto: Stefan Küppers

In den nächsten Tagen soll die Entscheidung fallen, wie es bei dem insolventen Unternehmen weitergeht. Auch wenn es keinen Fixtermin gibt, steht der hochverschuldete Konzern doch unter Zugzwang. Denn die Handelspartner erwarten bei der Ordermesse CPD vom 20. bis 22. Juli in Düsseldorf Klarheit über die Zukunftspläne.

Die Einkäufer sichten und ordern bei der CPD die Mode für Frühjahr und Sommer 2020. Sollte Gerry Weber keine klaren Aussagen zur Zukunft treffen können, könnte das durchaus Bestellungen und somit Umsatz kosten, heißt es in Branchenkreisen.

Ohne die Zustimmung der Gläubiger geht nichts

Zuletzt verlautbarte vom Modekonzern immer, dass im Laufe dieses Monats entschieden werde, ob ein Investor einsteigt oder der hoch verschuldete Konzern über einen Insolvenzplan gerettet werden soll . In Konzernkreisen heißt es aber auch, dass die Beteiligten den CPD-Termin im Blick haben und bei der Messe eine klare Perspektive aufzeigen wollen. Die Entscheidung solle deshalb möglichst kurzfristig fallen. Fakt ist aber auch, dass im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger ganz oben steht und ohne deren Zustimmung nichts geht.

Zudem verstärkt sich der Druck auf den Modekonzern, seine Logistik neu aufzustellen. Der Mehrheitsverkauf der Münchner Tochter Hallhuber an den Finanzinvestor Robus Capital wird die geringe Auslastung des für 90 Millionen Euro gebauten Logistikzentrums an der A33 in Halle schwächen. Hallhuber kündigte an, ein »eigenes und effizientes Logistikkonzept« zu implementieren. Gerry Weber hat bereits Angebote von externen Dienstleistern eingeholt. Vor der Auslagerung der Logistik müsste aber ein Käufer fürs Logistikzentrum gefunden werden.

Derweil bestätigte Hallhuber, dass der frühere Geschäftsführer und Gerry-Weber-Vorstand Norbert Steinke Berater von Robus ist.

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