Naturschützer wollen den Ausbau des Hengebergs stoppen
»Klimaschädliche Rennstrecke«

Halle (WB). Unübersichtliche Kurven soll entschärft, eine Kuppe abgeflacht und ein Radweg angebaut werden. Aus Sicht des Naturschutzes will der Kreis Gütersloh in der »Ascheloher Schweiz« eine klimaschädliche Rennstrecke bauen.

Samstag, 06.07.2019, 10:00 Uhr
Lüdeke Horn und Marion Ernsting hoffen, dass sich die Planung für den Ausbau stoppen lässt. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Konkret geht es der Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) um den längst vom Kreistag beschlossenen Ausbau von Hengeberg (K29) und Teichstraße (K30). Ein Vorhaben, das in seiner ganzen Bandbreite nicht vorgestellt worden sei und zu dem es auch keinen Ortstermin für dem Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde gegeben habe.

Die 2,8 Kilometer lange Strecke durch das idyllische Ascheloher Tal wird laut Verkehrszählung von 2015 von etwa 3000 Fahrzeugen pro Tag genutzt mit einem Lkw-Anteil von vier Prozent. Im Tagesdurchschnitt wurden 60 Radfahrer gezählt. Beide Straßen seien mit ihrer Breite zwischen 4,40 und 5,50 Meter zu schmal für den heutigen Verkehr. Der Hengeberg sei außerdem baulich in schlechtem Zustand. Bemängelt werden kurze Steigungsstrecken und abwechselnd lange Geraden und kurze Kurven (eine »Knicktrassierung«). Die Planung sieht vor, deshalb die gesamte Strecke neu zu bauen, zunächst einen etwa 1,3 Kilometer langer Abschnitt ab dem Grünen Weg (K 49).

Autobahnzubringer und Radweg

Die Straße verläuft durch das Landschaftsschutzgebiet Osning und grenzt südwestlich direkt an das Naturschutzgebiet Gartnischberg an, das auch Teil des FFH-Gebietes ist. Dort, wo die Kuppe um drei Meter abgeflacht werden soll, will man die Trasse maximal zwölf Meter in Richtung der landwirtschaftlichen Nutzflächen verschieben und den Höhenunterschied zwischen Straße und Wald statt mit einer Böschung künftig mit Gabionen abfangen.

»Soll die K 29 Entlastungsstraße für die B 68 und/oder Zubringer für die A 33 werden?«, fragen sich Lüdeke Horn (Halle) vom Vorstand der GNU und Marion Ernsting (Brockhagen). Vielleicht solle sie auch zusammen mit dem Grünen Weg und der Teichstraße den Ziel- und Quellverkehr für die Gewerbegebiete an der Kreisstraße in Halle aufnehmen, vermuten die Naturschützer aus dem Nordkreis. Schon gar kein Verständnis haben sie für das Argument, die Straße sei zu schmal für die Großbehältertransporte der Firma Gronemeyer & Banck. Schließlich sei die Firma insolvent.

Die GNU listet in ihren Argumenten gegen den Ausbau auch die Tatsache auf, dass der Hengeberg bereits Teil des Radwegenetzes NRW ist. Eine Planung, die im wesentlichen den Begegnungsverkehr von Lkw und Pkw erleichtern soll, provoziere eine Zunahme des Verkehrs und sei damit »aus der Zeit gefallen«.

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