Tarifkonflikt: Eine Handvoll Beschäftigte im Ausstand sammelt Unterschriften
Wenig Lust auf Streik bei Storck

Halle (WB ). Die laufende Tarifauseinandersetzung in der Süßwarenindustrie hat am Freitag auch zu einer Aktion der Gewerkschaft Nahrung, Genuss Gaststätten (NGG) beim Haller Süßwarenriesen Storck geführt. Die NGG hatte unter der Parole »Statt Süßes gibt’s heute Saures« zum Warnstreik aufgerufen und in einer Pressemitteilung angekündigt, dass Beschäftigte für mehrere Stunden streiken würden.

Samstag, 08.06.2019, 03:00 Uhr
Eine Handvoll Storck-Beschäftigte sind am Freitag in den Ausstand getreten und haben Unterschriften gesammelt. Foto: Stefan Küppers

Tatsächlich war um die Mittagszeit eine Handvoll Beschäftigte von Storck im Ausstand, wobei auf Nachfrage die Information kam, dass diese Beschäftigten auch dem Storck-Betriebsrat angehören, was aber keinen Zusammenhang habe, wie betont wurde. Vor und während des Schichtwechsels luden die Streikenden und auch die NGG-Gewerkschaftssekretärin Gaby Böhm Mitarbeiter zu kurzen Gesprächen ein. Auf großen Papierrollen wurden Unterschriften erbeten, um damit die Gewerkschafts-Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt zu unterstreichen. Wie das WB über einen längeren Zeitraum beobachten konnte, hat etwa jeder zweite bis dritte Angesprochene eine Unterschrift geleistet.

»Bei Storck wird nicht gestreikt.«

Zuvor hatte das WB aus dem Umfeld des Storck-Betriebsrates als privaten Kommentar zu den kämpferischen Presseankündigungen zu möglichen Streiks gehört: »Bei Storck wird nicht gestreikt!« Langjährige Mitarbeiter des Süßwarenriesen, der allein in Halle rund 3000 Beschäftigte zählt, können sich nicht daran erinnern, dass es bei Storck tatsächlich mal einen nennenswerten Ausstand im Zuge von Tarifauseinandersetzungen gegeben hat.

Auch NGG-Gewerkschaftssekretärin Gaby Böhm weiß, dass es in der Vergangenheit schwer war, Storck-Mitarbeiter zu einem Streik zu bewegen. Hier sei eben ein besonders dickes Brett zu bohren. Sie erinnert aber gewerkschaftliche Einzelaktionen, die allerdings keine Streiks waren.

Über den laufenden Tarifkonflikt sagt sie: »Nach zwei Verhandlungen sind wir weit davon entfernt, ein Ergebnis zu erzielen. Der Vorschlag der Arbeitgeber von 2,4 Prozent für dieses Jahr und 2,0 Entgelterhöhung im nächsten Jahr reicht gerade aus, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu decken.« Alles in allem gehe es der Branche gut. Hinter dieser Entwicklung stehe harte Arbeit von Beschäftigten und die müsse angemessen honoriert werden. Die Verhandlungen werden am 12. Juni fortgeführt.

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