Konflikt mit historischen Häusern an der Langen Straße
Neuplanung ist umstritten

Halle (WB). Der ehemalige Königreichssaal der Zeugen Jehovas, zuletzt genutzt von der Stadt Halle als Flüchtlingstreffpunkt »Welcome«, ist Geschichte. Die Verwaltung hat wie geplant das stadteigene Gebäude in der zweiten Reihe der Langen Straße (B68) abreißen lassen.

Mittwoch, 08.05.2019, 06:00 Uhr
Die Stadt hat den alten Saal der Zeugen Jehovas abgerissen. Jetzt soll dort neue Bebauung in zweiter Reihe der Langen Straße hinter den historischen Häusern entstehen. Foto: Küppers

Im rückwärtigen Bereich der teilweise mehr als 200 Jahre alten Häuser an der Langen Straße (vom sogenannten Haller-Willem-Haus Nr. 30 über Gaststätte Taverne Nr. 28, Haus Deckenbrock Nr. 26 und Haus Nr. 28) will die Stadtverwaltung nunmehr eine Neubebauung in einer Art Riegel ermöglichen. Die Erschließung dieser neuen Grundstücke soll über neue Ringstraße (Sandgrabenweg) von der Gartenstraße aus erfolgen. Grundlage dafür ist die Änderung des alten Bebauungsplanes Nr. 15.1 »Ortskern Halle«, der von einem langwierigen Umlegungsverfahren begleitet wurde. Unter anderem diesem Grund möchte die Bauverwaltung das Verfahren jetzt auch verbindlich zum Abschluss bringen, weshalb der Politik in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 14. Mai, 17.15 Uhr im Rathaus auch ein verbindlicher Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan empfohlen wird.

»Geplante Neubauten könnten Erscheinungsbild der historischen Häuser massiv beeinträchtigen.«

Doch es gibt Widerstand. Ende März ist eine Einwendung der Interessengemeinschaft Lange Straße im Rathaus eingegangen, in der die Sorge geäußert wird, dass durch die rückwärtige Bebauung negative Einflüsse auf die erhaltenswerten alten Häuser entstehen. Insbesondere stünden die Ziele des Bebauungsplanes teils konträr zu den in die Diskussion gebrachten Maßnahmen für die historischen Häuser wie Gestaltungssatzung, Erhaltungssatzung und Ensembleschutz. Hier würden etwaige Spielräume beschnitten. Die geplanten Flachdächer und Geschosshöhen könnten das Erscheinungsbild der historischen Häuser massiv beeinträchtigen.

Die Verwaltung widerspricht in ihrer Stellungnahme (nachlesbar über das Ratsinformationssystem) und hält die bisherige Planung für städtebaulich und nachbarschaftlich für vertretbar. Eine Verschiebung des Satzungsbeschlusses für den Bebauungsplan Nr. 15 »Ortskern Halle« sei nicht sinnvoll.

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