BUND-Kreisgruppe: Stadt soll freiwilligen Finanzbeitrag leisten
Ein Promill für den Artenschutz

Halle (WB). Die Stadt Halle soll einen Beitrag für die Umwelt leisten und bei Hochbaumaßnahmen wie neuen Schulen, Kläranlagen oder Jugendzentren zusätzlich Geld für den Artenschutz bereit stellen. Die Kreisgruppe des BUND hat einen entsprechenden Antrag im Rathaus gestellt.

Mittwoch, 08.05.2019, 05:00 Uhr
Haben im Haller Rathaus einen Antrag der BUND-Kreisgruppe abgegeben: Hartmut Lüker aus Halle (links) und Kreisvorsitzender Matthias Landwehr aus Werther wünschen sich, dass die Stadt bei Bauprojekten auch gleich Nisthilfen, Blühwiesen & Co. finanziert. Foto: Genuit-Thiessen

Immer weniger Wildbienen, weniger Schwalben und Mauersegler: Konkret wünscht sich der auf 600 Mitglieder angewachsene Umweltverband, dass die Stadt Halle freiwillig die Höhe der zusätzlichen Finanzmittel prozentual zur Investitionssumme (einschließlich Baunebenkosten) festsetzt. Das wären bei kleineren Gebäuden zwei Promille von der Investitionssumme, bei Großprojekten, die mehr als drei Millionen Euro kosten, ein Promill. »Wenn die Grundschule Gartnisch neu für zehn bis zwölf Millionen Euro neu gebaut wird, wären das also 10.000 bis 12.000 Euro«, rechnen Matthias Landwehr, der Kreisvorsitzende des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) aus Werther, und Hartmut Lüker aus Halle vor.

»Man mus versuchen gegenzusteuern«

Lüker, der in der Kreisgruppe Bauvorhaben im Altkreis Halle bearbeitet, verweist dabei auf das Vorbild Verl. Wie diese finanzstarke Kommune habe Halle aufgrund seiner soliden Haushaltssituation genug Kraft, um seiner kommunalen besonderen Verantwortung im Artenschutz nachzukommen.

»Die Idee hatten wir schon vor der Klimaschutzkonferenz. Denn etliche Arten sind vor dem Aussterben und man muss versuchen gegenzusteuern«, sagt Hartmut Lüker. Dazu brauche es Nisthilfen, Blumenwiesen, begrünte Fassaden und Flachdächer. Lüker auch mit Blick auf Steingärten und versiegelte Flächen: »Es ist wichtig, dass die Kommunen als Vorreiter sich ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst sind und dementsprechend handeln. Wenn die Gemeinden es vorleben, ist es leichter für Bürger. Man sieht doch selbst in den Stadtgärten schon, dass viele Vögel auf dem Rückzug sind. Alles steht und fällt mit den Insekten«. Letztlich auch der Mensch.

Der BUND fordert, dass die Stadt bereits im Planungsprozess Möglichkeiten prüft, wie die Mittel bei der Realisierung des Objektes verwendet werden können. Geld, das dabei nicht vollständig verwendet werden kann, soll für Maßnahmen an anderen Objekten im Stadtbereich genutzt werden. Die Stadt Halle sei seit kurzem Mitglied der Klimakampagne und könnte mit dieser Selbstverpflichtung nach außen dokumentieren, dass sie in besonderer Weise Vorbildfunktion gerecht werde.

 

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