Vier-Gruppen-Neubau an der Neustädter Straße soll zum Aushängeschild werden
Kita soll funktional und schön werden

Halle(WB). Für die Kirchengemeinde Halle soll die neue Kita an der Neustädter Straße ein Aushängeschild werden. »Wir wollen ein Signal setzen für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung. Es ist uns deshalb auch wichtig, nicht nur funktional, sondern auch schön zu bauen«, sagte Superintendent Walter Hempelmann.

Mittwoch, 03.04.2019, 08:00 Uhr
Freuen sich auf die neue Kita an der Neustädter Straße: Superintendent Walter Hempelmann, Nicolai Hamilton, Barbara Grube (Kreis-Jugendamt), Pfarrerin Susanne Böhringer (Kirchenkreis) , Presbyter Jürgen Deichsel, Kita-Fachberaterin Marlene Ens, Fachbereichsleiterin Regina Bresser, Architektin Anke Nollkämper und Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Ein insgesamt 2,7 Millionen Euro teures Zukunftsprojekt, das seit anderthalb Jahren im Gespräch ist und seit vergangener Woche endlich auch finanziell gesichert, wie das WB berichtet hat. 60 Kinder sollen dort künftig – möglichst schon im Sommer 2020 ­– in vier Gruppen betreut werden, darunter acht Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf. Weil es für Kinder mit geistigen Einschränkungen aus dem Norden des Kreises bisher noch keine nah gelegene Betreuung gibt, hatte der Kreis angeregt, darüber nachzudenken. »Wir wollen den Kindern auch keine allzu langen Fahrzeiten zumuten«, erklärte Barbara Grube vom Kreis-Jugendamt. Zudem fehlten in Halle ohnehin Kibiz-Plätze.

Kirchengemeinde investiert in Kita

Vorgabe des Kreises war in diesem Fall ein Investorenmodell. Zudem sollte der neue Träger der Einrichtung ein Grundstück mitbringen. Die Evangelische Kirchengemeinde tritt als Investorin auf. Sie stellt ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück an der Neustädter Straße zur Verfügung – die restlichen 3000 Quadratmeter zum Ulmenweg hin können weiter als Spielplatz genutzt werden. Pfarrer Nicolai Hamilton: »Das war keine leichte Entscheidung für uns. Wir haben mit der Frage gerungen, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt – alternativ wäre der Heidekamp in Frage gekommen. Denn dieses Grundstück inmitten der Mehrfamilienblocks ist ja auch etwas sehr Wertvolles.« »Und es besteht zeitlicher Druck«, ergänzte Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann.

Geplant sind drei unterschiedliche Gruppenformen: Eine nimmt bis zu sechs Jungen und Mädchen unter drei Jahren auf sowie 14 ältere Kindergartenkinder, eine zweite soll nur von zehn Kindern zwischen einem und drei Jahren besucht werden. Dort werden elf Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut sowie vier Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf.

Finanzierung war schwierig

Viele Räder mussten jetzt ineinandergreifen, damit der Startschuss für weitere Planung und Bau gegeben werden kann: neben der Kirchengemeinde Halle, dem Kreis Gütersloh und der Stadt ist das Landeskirchenamt als Genehmigungsbehörde mit im Boot. Zudem gibt die Stiftung Wohlfahrtspflege – wie berichtet – 291.000 Euro als Zuschuss dazu. Hempelmann: »Die Finanzierung war wirklich ein Kampf«. Der Evangelische Kirchenkreis Halle mit seinem neuen Kita-Verbund betreibt künftig die Einrichtung.

Kita-Fachberaterin Marlene Ens und Architektin Anke Nollkämper haben jetzt gemeinsam den Plan für ein großzügiges Gebäude entwickelt. Das öffnet sich von der Neustädter Straße her und dem Fußweg am Rande des Spielplatzes nach Süden hin – ein Bau mit inklusivem Element, das Kindern mit und ohne Handicaps die erforderlichen Bewegungsflächen gibt. Und das einem gesellschaftspolitischem Auftrag entspricht, wie Superintendent Walter Hempelmann sagte: »Gegen den Trend zur Abgrenzung«. »Und für das wir als Mitarbeiter auch gern Erwachsene mit Einschränkungen gewinnen wollen«, wie Marlene Ens unterstrich. Jetzt soll es mit Hochdruck an die konkrete Planung des Gebäudes gehen, das einen schmucken Innenhof bekommen soll.

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