Der Haller Autor Karl Wolfgang Flender hat sein zweites Buch vorgelegt
Auf den Spuren des Datenklaus

Halle (WB). Mit seinem gesellschaftskritischen Debütroman »Greenwash Inc.« landete der in Halle aufgewachsene Karl Wolfgang Flender 2015 einen großen Erfolg. Sein neuestes Werk, das im August vergangenen Jahres erschienene Buch »Helden der Nacht«, wird von Literatur-Experten ebenfalls hoch gehandelt.

Mittwoch, 06.03.2019, 05:00 Uhr
Karl Wolfgang Flender stattete dem KGH, seiner ehemaligen Schule, einen Besuch ab. Foto: Malte Krammenschneider

Es ist ein Detektivroman, dem es mit viel Tempo, Witz und Detailverliebtheit gelingt, den Leser in seinen Bann zu ziehen.

Für Karl Wolfgang Flender, Jahrgang 1986, sind Lesungen mittlerweile schon Routine geworden. Kurz vor der Veranstaltung im Haller Bürgerzentrum gesteht der junge Autor, der 2006 sein Abitur am KGH gemacht hat, jedoch, ein wenig aufgeregt zu sein. »Es ist schon eine andere Anspannung, wenn man vor Leuten liest und in vertraute Gesichter blickt«, sagt Flender, der im Publikum unter anderem einen ehemaligen Lehrer und einen Mitschüler ausgemacht hat.

Die »Verdatung« nimmt zu

Insgesamt scheint sein Wirken viele Bürger zu interessieren, denn zur Lesung im Rahmen der VHS-Litera-Tour sind rund 60 Zuhörer in der Remise erschienen. Allesamt wollen sie sich vom Schreibtalent des Autors überzeugen, der nach seinen Studien in Freiburg und Hildesheim im Bereich »Kreatives- und Literarisches Schreiben« aktuell an der Freien Universität Berlin in Literaturwissenschaft promoviert.

Nach der kurzen Begrüßung von VHS-Leiter Hartmut Heinze nimmt Karl Wolfgang Flender seine Zuhörer mit auf die Reise in eine Welt, die von der Digitalisierung entzaubert zu werden scheint. Kriminelle rauben heutzutage keine Bank mehr aus, sonder stehlen Nutzerdaten im Internet, um sie zu verkaufen. »Oldschool-Detektive«, die stundenlang ein Haus observieren und auf altbewährte Ermittlungsmethoden setzen, haben es da schwer. »Es geht um die zunehmende »Verdatung«, Digitalisierung, die damit verbundene Überwachung und wie sie sich auf die Arbeit von Ermittlern auswirkt«, erklärt Karl Wolfgang Flender.

Bizarre Mordserie

In seinem Detektivroman dreht sich alles um zwei Personen, deren unterschiedliche Schicksale im Laufe der Erzählung aufeinander prallen – mit weitreichenden Konsequenzen. Zum einen gibt es Bryan Austers, einen jungen Mann, der seinen erkrankten Vater in dessen Detektei vertritt. Schnell muss er lernen, dass die alltägliche Verbrecherjagd wenig mit den Geschichten seiner Jugend-Helden, den Privatermittlern Chandler oder Hammett zu tun hat, doch eines Tages wird er Zeuge eines Verbrechens. Währenddessen ermittelt wenige Straßen weiter die zynische Kommissarin Colleen McCollum in einer bizarren Mordserie, die sie dazu zwingt, noch einmal über ihr Leben nachzudenken.

Am nächsten Morgen stattete der Autor übrigens noch seiner ehemaligen Schule, dem KGH, einen Besuch ab. Im Deutsch-Leistungskurs von Sibylle Mitgau las er erneut aus »Helden der Nacht« vor und gab den Schülern die Gelegenheit Fragen zu stellen. Dr. Volker Zumbrink, Literatur-Experte am Kreisgymnasium, war darüber hocherfreut und sagte, er habe bereits angefangen, das Buch von Flender zu lesen. »Ich bin zwar noch nicht ganz durch, aber kann jetzt schon sagen, dass es sehr spannend ist«.

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