Kreissparkasse Halle stellt Bilanz vor und betont ihre Geschäftspolitik-Prinzipien
Lieber langfristig und solide arbeiten

Halle (WB). Kontinuität, Stabilität, Nachhaltigkeit: Diesen Dreiklang als Maxime der Geschäftspolitik der Kreissparkasse Halle hat Vorstandschef Hartwig Mathmann bei der Bilanz-Pressekonferenz gleich mehrfach betont. Ist dies als Positionierung für mögliche Fusionen mit anderen Sparkassen im Kreisgebiet zu verstehen?

Dienstag, 05.03.2019, 11:00 Uhr
Die Vorstandsmitglieder der Kreissparkasse präsentierten die Jahresbilanz: (v.l.) Stefan Robert (Leiter Firmenkunden), Vorstandschef Hartwig Mathmann, Vorstand Henning Bauer und Dirk Kühne (Leiter Kreditgeschäft). Es fehlt krankheitsbedingt Gert Jendrike. Foto: Küppers

Wenn die Rede auf das als äußerst sensibel gewertete Thema Fusionsgespräche kommt – das WB hatte vor Monaten von »ergebnisoffenen Gesprächen« mit der Kreissparkasse Wiedenbrück erfahren – gibt es vom Vorstandschef am Montag keine klaren Aussagen. Allenfalls könnte man zwischen den Zeilen etwas heraushören. Offiziell sagt Mathmann, dass es zu der jüngsten Presseerklärung keinen neuen Stand gebe. Im November 2018 hatte die Kreissparkasse einsilbig erklärt: »In der Vergangenheit gab es immer wieder unverbindliche Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen zu den Sparkassenstrukturen im Kreis Gütersloh. Konkrete Ergebnisse haben sich bislang nicht ergeben.«

»Jede Sparkasse ist für ihre eigene Geschäftspolitik verantwortlich«

Wie das WB in seinem Hintergrundbericht schon einmal herausgearbeitet hatte, verfolgt die Kreissparkasse Wiedenbrück bei ihren Anlagen durchaus eine stärker risikoorientierte Geschäftspolitik als die Kreissparkasse Halle (WB 6.11.2018). »Jede Sparkasse ist für ihre eigene Geschäftspolitik verantwortlich«, sagt Mathmann. Die Kreissparkasse Halle sei vor allem mit langfristigen Geschäften aufgestellt, man achte auf ausgewogene Strukturen. »Wir haben keine Veranlassung diese Geschäftspolitik zu ändern«, betont der Haller Vorstandschef.

Auch Geschäfte mit Altgold

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern ist die Kreissparkasse beim Edelmetall-Handel nicht nur mit Barren, Münzen und Geschenkkarten aktiv. Auch der Altgoldhandel wird verstärkt, vom Schmuck bis zum Zahngold. Das Edelmetall wird taxiert und zum Einschmelzen an die Landesbank weitergegeben. »Die freien Händler erheben beim Altgold erhebliche Margen«, sagt Henning Bauer. »Wir stehen da mit unseren Preisen erheblich besser da.«

...

Angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen habe sich das Haller Kreditinstitut gut behauptet, meinte Mathmann. Weil auch die Kreissparkasse für das »Parken« von größeren Kundengeldern bei der Zentralbank Negativzinsen von 0,4 Prozent entrichten muss, werden auch in Halle für kurzfristige Einlagen im gewerblichen Geschäft Verwahrentgelte erhoben. Eine Folge: Die Bilanzsumme der Kreisssparkasse sank um 85 Millionen unter den Vorjahresstichtagswert und erreichte 1,32 Milliarden Euro. Die Stichtags-Bilanzsumme drücke aber immer weniger aus, wie sich Geschäfte im Jahr entwickelt haben. Die jahresdurchschnittliche Bilanzsumme sei nämlich um 1,9 Prozent gewachsen. Der Jahresgewinn von rund 400.000 Euro geht laut Mathmann in die Rücklage.

Kreditgeschäft läuft nur bei langfristigen Verträgen gut

Weil die heimische Wirtschaft aufgrund guter Liquidität viele Investitionen aus eigenen Mitteln stemmen kann, gab es im Kreditgeschäft bei den Kundenforderungen einen Rückgang um 5,7 Prozent auf 1,001 Milliarden Euro. Mit dem langfristigen Kreditgeschäft hingegen zeigt sich Mathmann zufrieden, hier sei ein Anstieg um 4 Prozent auf 663 Millionen zu verzeichnen (fünf Jahre Laufzeit). Befragt zu einem möglichen Engagement der Kreissparkasse beim mit der Insolvenz kämpfenden Unternehmen Gerry Weber gab Mathmann keine Auskunft.

Bedingt durch die massiven Kursrückschläge war das Wertpapiergeschäft 2018 schwierig auch für die Kreissparkasse. Gleichwohl wurde laut Vorstandsmitglied Henning Bauer um drei Prozent oder 7 Millionen Euro mehr gekauft als verkauft. Der Rat der Vorstände geht weiterhin zum Aktienkauf in Raten. Dafür gebe es auf lange Sicht gesehen nie einen richtigen oder falschen Zeitpunkt.

Das fortschreitende Online-Banking bietet jetzt auch einen elektronischen Safe an, in dem Kunden digitalisierte persönliche Unterlagen und Dokumente aufbewahren können, ohne auf einen amerikanischen Anbieter in einer Cloud vertrauen zu müssen.

2018 hat die Sparkasse knapp 40 Immobilen im Wert von fünf Millionen Euro verkauft. Die Zahl der Mitarbeiter ist im vergangenen Jahren von 205 auf 198 gesunken.

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