Leichenfund auf Borgers-Areal: Offenbar jede Menge Betrieb auf abgezäunter Industrieruine
»Tod ohne Fremdverschulden«

Halle (WB). Die Kriminalpolizei hat nach erster Einschätzung vor Ort bei dem Toten, der am Sonntag auf dem Borgers-Gelände gefunden wurde, kein Fremdverschulden feststellen können. Es bleibt nach Auskunft von Polizeisprecherin Corinna Koptik aber abzuwarten, was bei einer Obduktion, die angeordnet worden ist, eventuell noch herauskommt.

Dienstag, 05.03.2019, 03:00 Uhr
Obwohl das Borgers-Areal abgesichert ist, verschaffen sich offenbar immer wieder Unbekannte dort Zutritt. Foto: Stefan Küppers

Die Polizei war am Sonntag gegen 16.30 Uhr von einem anonymen Anrufer auf den Fundort des Leichnams hingewiesen worden. In einem Nebengebäude der ehemaligen Textilverwertungsfabrik lag im ersten Obergeschoss die männliche Leiche zwischen jeder Menge Unrat. Das Objekt ist erheblich vermüllt.

War der unbekannte Tote ein Obdachloser?

Die Kripo hat bis Sonntagabend die Spurensuche und Spurensicherung durchgeführt und ist dabei zu dem vorläufigen Schluss gekommen, dass wohl kein Gewaltverbrechen vorliegt. Der Tote befand sich bereits in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand, so dass er mindestens vor Wochen gestorben sein muss. Die Polizei hat nach Auskunft der Sprecherin bislang keine Hinweise auf die Identität des Toten. Dass es sich um einen Obdachlosen handeln könnte, bleibt Spekulation. Möglicherweise wird die Obduktion mehr Erkenntnis bringen.

Ein Nachbar des Borgers-Geländes, der ungenannt bleiben will, hat dem WB berichtet, dass in den vergangenen Monaten ein Mann durch ein offenes Fenster in dem Obergeschoss des betroffenen Gebäudes gesehen worden sei. Ansonsten seien öfters auch Stimmen von Kindern und Jugendlichen vernommen worden, die das Borgers-Areal wohl als Abenteuerspielplatz genutzt haben.

Seit dem vergangenen Jahr gehört das Areal der Stadt Halle . Sie will in absehbarer Zeit Altlasten sanieren lassen, um es bebauen zu können. Das Gelände ist eingezäunt, teilweise auch mit Stacheldraht gesichert. Dennoch gibt es durch Vermüllung und mutwillige Zerstörungen Hinweise auf eine mehrfache illegale Betretung.

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