»Die Bauhaus-Familie« rückt im Museum am Haller Kirchplatz ins Zentrum
Der Reiter der blauen Pferde

Halle (WB). Die ersten größeren Klee-Arbeiten hängen schon im Parade-Stübchen unterm Dach. Wer sie sehen will, muss vorbei an Arbeiten von Emil Bert Hartwig, Wassily Kandinsky, Heinrich Neuy, Kurt Kranz, Georg Muche und anderen. Ursula Blaschke rückt »Die Bauhaus-Familie« jetzt ins Zentrum der neuen Ausstellung im Haus am Kirchplatz in Halle.

Samstag, 02.03.2019, 11:00 Uhr
Nicht alle Pferde sind blau wie die von Franz Marc: Ursula Blaschke und Adolf Eickhorst schauen ebenso wie Antje Lechtermann und Britta Kreickenbaum von der Lindenschule den Projektschülern über die Schulter. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Eine kleine Gruppe von Lindenschülern ist die erste, die sich im Museum für Kindheits- und Jugendwerke umschauen dürfen. Dort hat Ursula Blaschkes Enkelsohn Fynn die Arbeiten der Bauhäusler aufgehängt, und die Museumschefin kann den Kindern und ihren Begleiterinnen jetzt den Blauen Reiter vorstellen.

Ich opfere mein Geschirr für euch, und ihr strengt euch an und nehmt eure ganze Fantasie und euren Mut zur Hilfe.

Museumsleiterin Ursula Blaschke

Die Künstlervereinigung um Franz Marc und Wassily Kandinsky hat bekanntlich blaue Pferde populär gemacht. Sie sind wichtig auch beim künstlerischen Übergang zur Bauhaus-Schule. »Ich opfere mein Geschirr für euch, und ihr strengt euch an und nehmt eure ganze Fantasie und euren Mut zur Hilfe«, ermuntert die Museumsleiterin die Kinder, die mit Begeisterung zum Pinsel greifen.

Klee und Kandinsky, aber auch Oskar Schlemmer spielen eine große Rolle bei der neuen Ausstellung. Das Museum für Kindheits- und Jugendwerke bedeutender Maler lässt die Schau am Freitag, 8. März, um 15 Uhr beginnen. An diesem Nachmittag wird der Architekt und Künstler Fritz Karl Wachtmann aus Bielefeld über seinen Lehrer sprechen, den Bauhäusler Kurt Kranz (1910 bis 1997). Der erhielt 1933 noch sein Bauhaus-Diplom, leitete von 1950 an die Grundlehre an der Landeskunstschule Hamburg und wurde 1955 zum Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ernannt.

Weiterer Akzent auf Lou Scheper-Berkenkamp

Einen Akzent setzt das Museum auch auf die Künstlerin Lou Scheper-Berkenkamp (1901 bis 1976). Die Schülerin von Johannes Itten, Paul Klee und Georg Muche ließ sich nicht an den Webstuhl abschieben, sondern wirkte aktiv an der Arbeit der Bauhausbühne unter Leitung von Oskar Schlemmer mit. Sie verband Einflüsse des Kubismus mit der Formensprache der abstrakten Malerei und veröffentlichte 1948 ein Bilderbuch »Die Geschichte von Jan und Jon und von ihrem Lotsenfisch«.

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