Stabilisierung hat beim Haller Unternehmen Priorität – Gespräche mit Betriebsrat ab Mitte Februar
Gerry Weber: Löhne sind pünktlich

Halle (WB). Das erste positive Signal an seine Mitarbeiter hat der Haller Modekonzern Gerry Weber eine Woche nach der eingeleiteten Insolvenz in Eigenverwaltung senden können: Sowohl die Löhne der rund 5900 Beschäftigten der nicht insolventen Töchter als auch die über einen Zwischenfinanzierer als Insolvenzgeld der Arbeitsagentur ausgezahlten der 580 Mitarbeiter der insolventen AG sind pünktlich gezahlt worden.

Samstag, 02.02.2019, 08:27 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 11:28 Uhr
as erste positive Signal an seine Mitarbeiter hat der Haller Modekonzern Gerry Weber eine Woche nach der eingeleiteten Insolvenz in Eigenverwaltung senden können Foto: Stefan Küppers

Das bestätigte am Freitag Betriebsratschef Lutz Bormann. Er sprach von einem wichtigen Schritt, um die Belegschaft in der schwierigen Lage an Bord zu halten und gemeinsam an der Rettung zu arbeiten.

Wie ein Konzernsprecher sagte, hat die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs zunächst Priorität. »Die ersten zwei Wochen sind besonders wichtig«, sagt der Generalbevollmächtigte Dr. Christian Gerloff. »Wenn die Mitarbeiter und Lieferanten das erste Geld erhalten, kehrt Vertrauen zurück.«

Neue Gespräche mit der IG Metall

Neue Gespräche mit der IG Metall über infolge der Insolvenz notwendige Anpassungen des bereits ausgehandelten Sanierungstarifvertrags, der Lohneinbußen und Arbeitszeitreduzierungen vorsieht, sollen Mitte Februar wieder aufgenommen werden. Gleiches gilt für weitere Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Regelungen für den geplanten Abbau von bis zu 900 der konzernweit 6500 Stellen.

Derweil hat am Donnerstag erstmals die Gläubigerversammlung getagt. Unter anderem wurde ein Gläubigerausschuss gewählt. Sachwalter Stefan Meyer (Lübbecke) wird die Geldgeber und Mitarbeitervertreter regelmäßig über die Entwicklung und wichtige Ausgaben auf dem Laufenden halten.

Wie berichtet, sind unter den Gläubigern etwa 120 Schuldscheingeber, die zusammen fast 200 Millionen Euro fordern. Hinzu kommt ein gutes Dutzend Banken. Auch die Mitarbeiter sind Gläubiger, weil Teile des Lohns oder auch des einbehaltenen Weihnachtsgeldes 2018 Forderungen gegen den Konzern darstellen.

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