Das vorletzte Teilstück südlich von Halle ist von Freitag an befahrbar – mit Video 5,4 Kilometer näher am Lückenschluss der A33

Halle (WB). Es ist der vorletzte Schritt vor dem von Unternehmen und vielen Menschen in der Region ersehnten Lückenschluss der A33. Am Freitag um 12.30 Uhr wird ein weiteres, 5,4 Kilometer langes Teilstück der Autobahn für den Verkehr freigegeben.

Von Klaus-Peter Schillig
Die Autobahnen A33, A2 und A30 in Ostwestfalen-Lippe bilden zwischen Bielefeld, Bad Oeynhausen und Osnabrück ein Dreieck, in dem nur noch eine kleine Lücke von 7,2 Kilometern klafft (graue Linie). Für den Durchgangsverkehr in Nord-Süd- sowie in Ost-West-Richtung und die Erschließung des Wirtschaftsraumes ist das ein erheb­licher Fortschritt.
Die Autobahnen A33, A2 und A30 in Ostwestfalen-Lippe bilden zwischen Bielefeld, Bad Oeynhausen und Osnabrück ein Dreieck, in dem nur noch eine kleine Lücke von 7,2 Kilometern klafft (graue Linie). Für den Durchgangsverkehr in Nord-Süd- sowie in Ost-West-Richtung und die Erschließung des Wirtschaftsraumes ist das ein erheb­licher Fortschritt. Foto: Andre Günzel/Grafik

Im Planfeststellungsbeschluss von 2011 ist dieser Schritt eigentlich gar nicht vorgesehen. Aber damit die B68 in der Haller Innenstadt endlich vom Durchgangsverkehr entlastet wird, hat man sich beim Landesbetrieb Straßen NRW dazu entschlossen, schon vorzeitig den Anschluss an die sogenannte Haller Westumgehung (L782) herzustellen. Allein durch die Freigabe des kurzen Abschnitts erwartet die Behörde eine erhebliche Entlastung der B68/Bielefelder Straße. Straßen-NRW-Sprecher Sven Johanning prognostiziert: »Laut Gutachten soll der Verkehr in Halle von täglich 17.000 auf 12.000 Fahr­zeuge zurückgehen.«

60 Millionen Euro hat das Teilstück zwischen den Anschlussstellen Künsebeck und Halle/Werther gekostet. Darin enthalten sind auch 15 Brücken. Eine davon ist eine kombinierte Grün- und Straßenbrücke, die durch ihre Breite von bis zu 70 Metern gleichzeitig Lärmschutzfunktionen übernimmt. Fast an der gesamten Strecke ist zudem durch Wälle und Wände sowie durch Wall-Wand-Kombinationen für Lärmschutz gesorgt. Die Stadt Halle hat auf eigene Kosten auch dort Erdwälle aufschütten lassen, wo der Landesbetrieb keine vorgesehen hatte.

Mobile Blitzanlage

Weil der in der Abfahrt Halle angelegte Kreisverkehr das gesamte Verkehrsaufkommen nicht bewältigen könnte, wird eine provisorische Überfahrt auf die teilweise parallel laufende L782 angelegt. Autofahrer sollten dort aufpassen und vom Gas gehen. Eine für mindestens ein Jahr in­stallierte mobile Blitzanlage soll Temposünder in beiden Fahrtrichtungen erfassen.

Wer den provisorischen Übergang auf die L782 passiert, kann bei einem Blick zur Seite auch schon die Entwicklung im letzten noch offenen A33-Abschnitt verfolgen. Die 7,2 Kilometer bis nach Borgholzhausen sind bereits asphaltiert, sie sollen Ende 2019 freigegeben werden. »Wir liegen voll im Zeitplan. Die meisten großen Gewerke sind auch schon ausgeschrieben«, sagt Johanning. So werden bereits die Fundamente für die Lärmschutzwände gesetzt, Wälle sind fertig, auch Zäune sind schon gesetzt.

Im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) im Tatenhausener Wald und in angrenzenden Gebieten ­leben Fledermäuse und Steinkäuze. Unter anderem für diese gefährdeten Tiere sind in dem Abschnitt fünf Grünbrücken entstanden, die zusammen mit Wällen und Wänden Überflughilfen bilden. Zudem sollen sie den Streusiedlungen und Gehöften zwischen Halle und Borgholzhausen mehr Ruhe bringen.

Lärm- und Wildschutz

Neben dem restlichen Lärmschutz müssen hier noch Wildschutzzäune gezogen, Kabel verlegt, Markierungen aufgetragen und Beschilderungen montiert werden. Viele Kleinarbeiten, die aber bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Dann ist die A33 durchgehend befahrbar.

Die Planungen für die A33 gehen zurück auf die 1960er Jahre. Sie hatten sich vor allem durch politische Diskussionen um den Trassenverlauf und Naturschutzmaßnahmen im Kreis Gütersloh jedoch immer wieder verzögert. Angrenzende Bereiche der A33 Richtung Osnabrück und Paderborn sind schon lange unter Verkehr – stellenweise schon so lange, dass sie bereits gründlich saniert werden mussten.

Mit dem Lückenschluss der A33 Ende 2019 werden alle Autobahnprojekte in OWL erst einmal abgeschlossen sein. Das Dreieck aus A2, A30 und A33 zwischen Bielefeld, Osnabrück und Bad Oeynhausen ist dann geschlossen. Erst im Dezember 2018 war die Nordumgebung Bad Oeynhausen freigegeben worden.

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