Freitag öffnet der Landesbetrieb auch das A-33-Teilstück bis nach Halle – mit Video Freigabe ohne Freibier

Halle (WB). Die Kommunikations-Experten aus Kamen montieren noch die drei Notrufsäulen in jeder Fahrtrichtung, die Autobahnmeisterei aus Oelde informiert sich über Besonderheiten an der Strecke. Ansonsten wartet das A-33-Teilstück zwischen Künsebeck und Halle nur noch auf den Verkehr. Der soll ab Freitag ab 12.30 Uhr fließen.

Von Klaus-Peter Schillig
Offiziell ist dieses Stück A 33 – Richtung Bielefeld vor der Brücke Postweg – ab Freitag noch keine Autobahn. Deshalb stehen hier zusätzlich die gelben Wegweiser (rechts).
Offiziell ist dieses Stück A 33 – Richtung Bielefeld vor der Brücke Postweg – ab Freitag noch keine Autobahn. Deshalb stehen hier zusätzlich die gelben Wegweiser (rechts).

Die Anwesenheit der Männer von der Autobahnmeisterei macht auch gleich deutlich, warum die eigentlich fertige Autobahn nicht schon vor Weihnachten eröffnet worden ist. Die müssen nämlich genau wissen, wie beispielsweise das Doppel-Regenrückhaltebecken in Höhe der Brücke Tatenhausener Straße samt Öl- und Leichtstoffabscheider funktioniert und wie der Alarmplan aussieht, falls es am Rande des Haller Wasserschutzgebietes wirklich mal zu einem schweren Unfall kommen sollte. Bis zum Ende der Strecke kurz vor dem provisorischen Übergang auf die Haller Westumgehung ist die Autobahnmeisterei in Oelde auch für den Winterdienst zuständig.

Es ist für Auto- und Lkw-Fahrer keine normale Abfahrt, wenn sie sich ab kommendem Freitag auf der A 33 kommend aus Richtung Bielefeld dem Autobahnende in Halle nähern. Hier kann nur herunter, wer in die Haller Innenstadt oder Richtung Bokel, Hörste oder Gütersloh möchte. Wer weiterfahren will Richtung B 68, Borgholzhausen und Osnabrück, der kann nicht an der Abfahrt Halle ‘rausfahren, sondern muss noch ein paar hundert Meter weiter bis zum provisorischen Übergang auf die Landstraße 782, die Haller Westumgehung. Mit Tempo 30 wechselt hier der Verkehr durch eine extra angelegte Verbindung von einer Straße auf die andere. In beiden Richtungen.

Teilstück der Westumgehung wird komplett gesperrt

»Der Kreisverkehr an der Haller Abfahrt könnte den gesamten Verkehr nicht mehr bewältigen«, erläutert Olaf Kindervater, Diplom-Ingenieur beim Landesbetrieb Straßen. Schon jetzt habe der Schwerlastverkehr im Zusammenspiel mit dem heißen Sommer hier seine Spuren im Asphalt hinterlassen. Das Teilstück der Westumgehung zwischen Kreisverkehr und der provisorischen Überfahrt wird komplett gesperrt. Für ein Jahr. Dann soll die A 33-Lücke ganz geschlossen sein.

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Der Kreisverkehr an der Haller Abfahrt könnte den gesamten Verkehr nicht mehr bewältigen.

Olaf Kindervater, Diplom-Ingenieur beim Landesbetrieb Straßen

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Weil es nur ein Zwischenschritt ist auf dem Weg zum Lückenschluss, wird es diesmal keinen Festakt geben wie zuletzt in Steinhagen. »Wir stellen nur die Baken um«, kündigt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes an. Das passiert zunächst in Richtung Bielefeld, wenig später in der Gegenrichtung.

Wer in Richtung Bielefeld erst einmal die zweispurige A 33 erreicht hat, fährt dann schon fast im Autobahn-Modus. Die Abfahrt Halle auf dieser Seite führt in alle Richtungen, danach gilt dann freie Fahrt Richtung Bielefeld.

Reger Verkehr auf dem neuen Teilstück

Reger Verkehr herrscht seit Anfang der Woche auch auf dem weiteren Teilstück bis zum Anschluss an die B 476 und die A 33 Richtung Dissen. Der Asphalt ist fertig, die Fundamente für die ersten Lärmschutzwände sind bereits gesetzt. »Hier müssen wir schon im Frühjahr mit dem Lärmschutz fertig sein«, sagt Olaf Kindervater. Denn die Wälle, Wände und teilweise auch Zäune sind eigentlich eher Wildschutz für Fledermäuse oder Steinkauz. Noch bevor die Autobahn komplett bis Borgholzhausen freigegeben wird, soll im Frühjahr und Sommer geprüft werden, ob die Tiere die Überflughilfen und Grünbrücken auch annehmen oder ob noch nachgebessert werden muss. »Monitoring« nennt sich das.

Zahlen und Fakten

Aber nicht nur über die Autobahn sollen die Tiere gut kommen, auch drunter durch. Zahlreiche Amphibien- oder Kleintier-Durchlässe, insgesamt 210 Meter, sind angelegt worden, dazu 6.200 Meter Wildschutzzäune und 1700 Meter Amphibienleitschutz-Systeme.

Weitere Zahlen des 5,4 Kilometer langen Teilstücks: 15 Brückenbauwerke, vier Regenrückhaltebecken, 4.500 Meter Wälle bis vier Meter Höhe, 2000 Meter Wall-/Wand-Kombinationen bis sieben Meter Höhe, 38 km Fahrbahnmarkierungen, 14 km Betongleitwände, 7 km Stahlschutzplanken, 550.000 Kubikmeter Bodenbewegung, 185.000 Quadratmeter Asphalt, 79.000 Kubikmeter Schotter, 27.000 m Drainage- und Entwässerungsrohre, 5000 m Kabel für Notrufsäulen, 20.000 m Lichtwellenleiter für Daten-Kommunikation. Baukosten: 60 Mio. Euro.

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