Job-Dialog hilft seit 15 Jahren beim Praktikum in Metallberufen Rentner-Riege mit Herz und Erfahrung

Halle (WB). Große Worte sind im Job-Dialog wenig gefragt. In dem Anbau des einstigen Katasteramtes an der Langen Straße 29 geht es um handfeste Metall-Berufe und um Menschen, für die der Start in den Beruf schwierig ist. Eine Rentner-Riege mit reichlich Erfahrung und einigem Herzblut gibt dort seit 15 Jahren ihr Wissen an junge Leute weiter.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
15 Jahre Job-Dialog Halle: Einen XXL-Lolli hat Storck-Geschäftsführer Achim Westerhoff (rechts) zum 15. Geburtstag mitgebracht. Mit ihm freuen sich (von links) Sponsor Rudi Weidich, Karl-Heinz Schubert, Anne Rodenbrock-Wesselmann, Georg Wörmann, Klaus Zurstraßen, Hans-Joachim Otte, Eckhard Paetsch, Ralf Mittelberg und Werner Böhm
15 Jahre Job-Dialog Halle: Einen XXL-Lolli hat Storck-Geschäftsführer Achim Westerhoff (rechts) zum 15. Geburtstag mitgebracht. Mit ihm freuen sich (von links) Sponsor Rudi Weidich, Karl-Heinz Schubert, Anne Rodenbrock-Wesselmann, Georg Wörmann, Klaus Zurstraßen, Hans-Joachim Otte, Eckhard Paetsch, Ralf Mittelberg und Werner Böhm Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Im Job-Dialog haben sie in dieser Zeit 820 Praktikanten aus 21 Ländern an die Hand genommen: Schüler, die noch nicht wissen, welchen Weg sie einschlagen sollen, Umschüler und Arbeitssuchende, Studenten und Flüchtlinge. Darunter viele mit schulischen Defiziten. »Oftmals suchen auch Sozialbetreuer sowie Arbeitsvermittler den Kontakt, und Handwerksbetriebe verweisen ihre Bewerber auf ein Praktikum bei uns«, sagt Georg Wörmann am Mittwoch bei einer Feierstunde, an der auch die Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus (CDU) und Elvan Korkmaz (SPD) sowie Landtagsabgeordneter Georg Fortmeier (SPD) teilnehmen.

Storck als Hauptsponsor

Der 75-jährige Haller hat nach 45 Jahren beim »süßen Riesen« den Anstoß gegeben: Seinen langjährigen Arbeitgeber hat er als Sponsor gewonnen und die Stadt Halle ins Boot geholt. »An dem einen Tag hat er bei Storck aufgehört, am nächsten im Job-Dialog angefangen«, zollt Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann diesem Engagement großen Respekt. Achim Westerhoff, Storck-Geschäftsführer Produktion und Technik, pflichtet ihr bei: »Sie hatten noch so viel zu geben«, sagt er und erinnert daran, dass Georg Wörmann als Einzelkämpfer begonnen hat. Ein halbes Jahr später kam sein Kollege Eckhard Paetsch dazu. Heute wirken auch Hans-Joachim Otte, Werner Böhm, Klaus Zurstraßen, Karl-Heinz Schubert und Ralf Mittelberg mit in der »gut ausgestatteten Lehrwerkstatt«. Die Räume hat die Stadt Halle gestellt, die Firma Haustechnik Weidich ist als Sponsor noch mit im Boot. »Ein tolles Zusammenspiel«, wie Anne Wesselmann lobt.

Die Betreuer kümmern sich um zehn Praktikanten zwischen 14 und 48 Jahren, die in der Werkstatt drehen, fräsen, hobeln, schweißen lernen, weil sie einmal Industrie- und Anlagenmechaniker werden wollen, im Bereich, Sanitär, Heizung, Klimatechnik arbeiten oder als Schweiß-Spezialist. Jeder der Praktiker investiert etwa 20 Wochenstunden in die ehrenamtliche Arbeit im Job-Dialog – und zwar nicht nur in die handwerkliche Ausbildung, sondern oft auch intensiv in einer 1:1-Betreuung der Menschen.

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