Der Breitbandausbau im Haller Außenbereich verzögert sich Glasfasernetz wird erst Mitte 2020 fertig

Halle (WB). Das superschnelle Internet wird in Halle nun langsamer kommen, als es ursprünglich mal geplant war. Das Glasfasernetz für mehr als 540 Häuser und 750 Anschlüsse im Haller Außenbereich wird demnach wohl erst Mitte 2020 zur Verfügung stehen.

Von Stefan Küppers
Die superschnelle Glasfasertechnik bietet eine fast unbegrenzte Leistungsfähigkeit bei Übertragung von Daten.
Die superschnelle Glasfasertechnik bietet eine fast unbegrenzte Leistungsfähigkeit bei Übertragung von Daten. Foto: Thomas F. Starke

Ursprünglich hatte die Stadt Halle über die eigens gegründete Tochtergesellschaft hallewestfalen.net GmbH einen womöglich zu ehrgeizigen Zeitplan ins Auge gefasst. Danach sollte das Glasfasernetz bereits Ende 2018 im Haller Außenbereich zur Verfügung stehen. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass die ursprüngliche Zeitplanung nicht zu halten war, wobei sich Halle aber nach Auskunft von Jochen Strieckmann mit den gleichen Problemen herumschlägt wie die meisten 750 anderen Breitbandausbau-Projekte, die vom Bund gefördert werden.

Von 8,5 Millionen Euro Investitionskosten tragen Bund und Land 90 Prozent

Der Fachbereichsleiter im Rathaus und Mitgeschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH ist froh, dass trotz der Verzögerungen die Fördermittel bis Ende 2020 verlängert worden sind. Zu Erinnerung: Die voraussichtlichen Investitionskosten für die Versorgung des Außenbereiches mit der praktisch grenzenlos leistungsfähigen Glasfaser sind mit 8,5 Millionen Euro veranschlagt, wobei der Bund 50 Prozent und das Land 40 Prozent der Kosten tragen.

Den Außenbereich kann die Stadt deshalb mit Glasfaser direkt »bis zum letzten Kotten« versorgen, weil hier keine anderen Anbieter wie die Telekom oder Unity Media schon Leitungen mit schnellem Internet verlegt haben, diese bis zum Hausanschluss nur mit dem herkömmlichen Kupferkabel versorgen.

Ausschreibung für Tiefbau birgt noch ein Kostenrisiko

Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren, mit dem die Stadt den künftigen Pächter des Glasfasernetzes finden will. Entsprechende Verträge sind der Bundesnetzagentur zur Prüfung vorgelegt. Für den eigentlichen Bau der Leitungen wird derzeit ein Genehmigungsplan erstellt, der mit Behörden noch abzustimmen ist. Strieckmann räumt ein, dass die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten Risiken birgt. Denn aufgrund der Lage auf dem Baumarkt (hohe Nachfrage trifft auf knappes Angebot) sind bei anderen Breitbandprojekten Ausschreibungen schon aufgehoben waren, weil alle kalkulierten Kosten gesprengt worden sind. Strieckmann hofft, dass es soweit in Halle nicht kommt. Ziel bleibt die Fertigstellung des Netzes Mitte 2020, wobei vorherige Teilfreigaben, je nach Fertigstellung, nicht vorgesehen sind. Strieckmann verweist darauf, dass sich das Warten auf die bestmögliche Glasfasertechnik lohne, für deren Verlegung der Bürger ja auch nicht extra zahlen müsse. Wer im Außenbereich nicht länger auf schnelleres Internet warten möchte, könnte jetzt Verträge über zum Beispiel alternative Funktechniken abschließen. Mitte 2020, wäre man aus diesem Vertrag wieder raus, wenn planmäßig das Glasfaserkabel am Haus liegt.

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