TWO verabschiedet langjährigen Geschäftsführer Detlef Wemhöner Steuermann geht von Bord

Halle (WB). Mehr als 120 Gäste bei der von Detlef Wemhöner gewünschten »lässigen Verabschiedung« im Landhotel Jäckel sind ein Beleg für hohe Wertschätzung.

Von Johannes Gerhards
Abschied bei den Technischen Werken Osning nach 23 Jahren: (von links) Johannes Deimel, Tochter Wiebke, Ehefrau Heidrun, Detlef Wemhöner, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bölling.
Abschied bei den Technischen Werken Osning nach 23 Jahren: (von links) Johannes Deimel, Tochter Wiebke, Ehefrau Heidrun, Detlef Wemhöner, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bölling. Foto: Johannes Gerhards

»Als Fels in der Brandung warst du in Zeiten rasanter Veränderungen in der Energiewirtschaft die Konstante«, sagt TWO-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bölling in seiner Rede.

»Werksleiter gesucht«, mit dieser Stellenanzeige der Stadt Halle im Jahr 1994 begann Wemhöners Karriere in der Lindenstadt. »Der Kandidat erwies sich nicht unbedingt als Vertreter der Diplomatie und hat es uns in einer mehr als vierstündigen Sitzung von Werksausschuss und Hauptfinanzausschuss nicht leicht gemacht«, erinnert sich Bölling. Unter anderem habe die Auseinandersetzung mit der CDU-Fraktion über eine »Residenzpflicht« eine Rolle gespielt, erläutert Detlef Wemhöner später augenzwinkernd und spielt damit auf seinen Wohnort Bielefeld an.

Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann bescheinigt ihm dennoch, mindestens zu zwei Dritteln Haller Bürger gewesen zu sein. Bei ihrem »ABC des Dankes« buchstabiert sie dessen positive Eigenschaften von A wie Arbeitstier über C wie Charakterstärke und Q wie »Querdenken bis es schmerzt« bis Z wie Zusammenarbeit. Mit Wemhöner gehe das »Gesicht der TWO« in den Ruhestand, der Steuermann von Bord.

Nautische Parallelen zieht auch der frühere Vorsitzende des Betriebsrats, Jörg Heitmann, der 21 gemeinsame Jahre »an Deck des Schiffes, das zwischen den Ozeandampfern Stadtwerke Bielefeld und RWE immer Kurs gehalten habe« verbracht hat.

»Ich verlasse die aktive Zeit und schlage ein neues Kapitel auf«, sagt der als Hobbysegler bekannte nun ehemalige TWO-Geschäftsführer und überreicht seiner Frau Heidrun zur Mini-Wiedergutmachung eine »einsame Rose« für Unterstützung bei »schönen und unschönen Dingen«. In seiner fast eine Generation währender Zeit an der Spitze der TWO habe sich die Energiewirtschaft grundsätzlich verändert. Aber ohne »die da auf der linken Seite« sitzenden Mitarbeiter laufe gar nichts. Indianer könnten ohne Chef auskommen, aber der Chef nicht ohne Indianer, sagt Wemhöner in Richtung seines Nachfolgers Johannes Schwöppe. Als Symbol der Weisheit schenkt er ihm eine Eule aus Korfu. Diese passe perfekt auf den Schreibtisch.

»Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue«, sagt Detlef Wemhöner. Er werde künftig auf seine Gesundheit achten, sich um Haus und Hof kümmern und die Welt entdecken – denn »Tomorrow never waits«.

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